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SERVANTS TO THE TIDE – Servants To The Tide

2021 (No Remorse Records) – Stil: Epic Metal ~


Eine im Wind wehende Akustikgitarren-Ballade namens ´Departing From Miklagard´ eröffnet das selbstbetitelte Debüt der neuen Epic Metal-Sensation SERVANTS TO THE TIDE. Sechs Kompositionen über die Spanne von knapp 35 Minuten erscheinen 2021 zur richtigen Zeit am rechten Fleck.

Die vergangenen Jahre feilte Leonid Rubinstein (Gitarre, Bass, Keyboards, ex-CRAVING) an epischen Liedern, die letztlich zwischen dem Ende des Jahres 2018 und dem Sommer 2020 aufgenommen wurden. Mix und Mastering lag anschließend in den Händen von Michael Hahn und den „Rosenquartz Studios“.

Zusammen mit Stephan Wehrbein (SCREAMING SOULS) als Sänger und Lucas Freise (EYES WIDE OPEN) am Schlagzeug konnte Leonid Rubinstein seine Vorstellungen von epischem und melanscholischem Heavy Metal mit Doom-Ausprägung verwirklichen. Die Vorbilder ATLANTEAN KODEX und WHILE HEAVEN WEPT schimmern jedoch bereits auf diesem Debüt keinesfalls mehr so stark durch, dass SERVANTS TO THE TIDE die Eigenständigkeit abgesprochen werden müsste.

 

 

Nach dem nordisch gefärbten Folk-Einklang folgt mit ´A Wayward Son’s Return´ ein Song, der den Einfluss von ATLANTEAN KODEX sehr wohl nicht verheimlichen kann. Ähnlich wanderten auch OLD MOTHER HELL auf den Spuren der neuzeitlichen Vorbilder des Kodex und präsentierten epischen Heavy Metal mit der Prise Doom. Mit ´North Sea´ schließt sich die erste groß-epische Komposition des Werkes an. Mehrfach ertönt der Gesang zum Klavier, ehe der Refrain den Song in Heavy-Höhen trägt und sich anschließend weiter steigert. Meeresrauschen zum Klavierspiel lassen das herausragende Stück ausklingen.

Der Beginn von ´On Marsh And Bones (The Face Of Black Palmyra)´ weckt Erinnerungen an CANDLEMASS, dennoch schlägt der Einfluss auf diese Power-Doom-Komposition nicht durch. Obendrein erscheint Paul Thureau (FROSTTIDE, GORGON) als Gast in einem kleinen Sprach-Sample. Auch ´Your Sun Will Never Shine For Me´ findet hernach genügend Raum für epische Gitarrenläufe, um den Gesängen den wichtigen Mitsing-Faktor mitzugeben. Jeder Song fördert geradewegs einen anderen Aspekt zutage.

Das Finale bestreitet die Bandhymne ´A Servant To The Tide´. Bei dieser beinahe neunminütigen Komposition könnte der Hörer denken, dass die Formation bereits mehrere Transformationen durchlaufen hat und dieser hier aus einer frühen Band-Epoche stammt. Denn das Trio nutzt ausnahmsweise zusätzlich etwas heiseren Gesang, der von Luc Francois (MIND PATROL) übernommen wird. Selbst dieser außergewöhnliche Song klingt mit Klaviertönen aus, die überraschenderweise von Jeff Black (GATEKEEPER) eingespielt wurden.

SERVANTS TO THE TIDE sind bereits zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres die epischen Senkrechtstarter. Arbeiten sie in Zukunft noch besser am Gesang und die Hymnenhaftigkeit heraus, muss der Band eine große Zukunft vorausgesagt werden.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/servantstothetide

https://servantstothetide.bandcamp.com/releases


(VÖ: 26.03.2021)