~ 2015 (Domino) – Stil: Rock ~


Zwischen dem vierten Album ´Right Thoughts, Right Words, Right Action´ (2013) und dem fünften und bislang letzten ´Always Ascending´ (2018) hatten die schottischen Rocker FRANZ FERDINAND endlich Zeit. Obwohl sie in den Jahren zuvor für Cover-Experimente oder Adaptionen schon öfters und selbst für Kollaborationen empfänglich waren, etwa bei gemeinsamen Aufnahmen und Auftritten mit Jane Birkin, überraschten sie Mitte der letzten Dekade dennoch durch das gemeinsame Projekt mit der US-amerikanischen Band SPARKS. Die seit 1971 ununterbrochen Alben veröffentlichende Formation um die Brüder Ron und Russell Mael hatte ihr letztes Album sechs Jahre zuvor herausgebracht, ´The Seduction Of Ingmar Bergman´ (2009), ehe sie nach dem Album mit FRANZ FERDINAND wieder zu neuer Hochform aufliefen. ´Hippopotamus´ (2017) und ´A Steady Drip, Drip, Drip´ (2020) folgten in den vergangenen Jahren.

 

 

Die SPARKS und FRANZ FERDINAND hatten bereits 2004 kurzfristig diese Liaison angebahnt, die jedoch aufgrund zu mannigfaltigen Verpflichtungen auf beiden Seiten zu jener Zeit wieder im Sande verlief. Dass FRANZ FERDINAND-Leader Alex Kapranos ein großer SPARKS-Fan ist, war schon ihrem 2004er Debüt zu entnehmen. Gleichwohl hatten sie sich in diesem Zeitraum gegenseitig Demos zugesandt. Allerdings waren diese ersten Mühen nicht umsonst, da sich die beiden Gruppen 2013 am „Coachella Valley Music and Arts Festival“ trafen und sich für weitere Heldentaten verabredeten.

Am 9. März 2015 wurde das Geheimnis gelüftet, die neue Supergroup bekam den Namen FFS und kündigte am 1. April das Debüt-Album an, welches am 8. bzw. 9. Juni 2015 veröffentlicht wurde. Die selbstbetitelte Scheibe war 2014 old-school in einem 15-tägigen Zeitraum in den Londoner „RAK Studios“ von John Congleton produziert worden.

 

 

FFS singen zwar im Laufe ihres bislang einzigen Werkes den Song ´Collaborations Don’t Work´, doch dem wird der Liebhaber beider Formationen zu keiner Sekunde zustimmen. FFS sind zu gleichen Teilen SPARKS als auch FRANZ FERDINAND, obwohl der geübte Spielwitz der jüngeren Schotten sich des Öfteren in den Vordergrund drängt. Dafür erhöhen die Brüder Mael insbesondere den Wortwitz und die musikalische Theatralik.

Die 16 (!) Songs klingen wohl schlicht wie ein gemeinsames Fest der beteiligten Personen. Kurze und knackige Songs, in denen sich Russell Mael und Alex Kapranos gesanglich perfekt ergänzen und ihre Einsätze dementsprechend aufteilen. Hier der stilisierte Art Pop auf der einen Seite, dort der wendige Post Punk auf der anderen. Artrock wird ihnen ja bisweilen beiden angedichtet, so dass wir zum Stimmenschaulaufen ein wahres Potpourri des Art-Rock-Disco-Pop erleben. Die sechs Herren zeigen die perfekte Verschmelzung ihrer Musik, in cleveren Wortspielen, in einer nie gänzlich überbordenden Eingängigkeit und bisweilen diese schnellen Wiederholungen bis zum eintretenden Schwindel auf der Tanzfläche.

Obgleich es FFS nicht durchgehend vermögen, ein Hit-Feuerwerk ohne Unterlass vorzulegen, so finden sich auf der Doppel-Vinyl-Scheibe Ohrenschmeichler und Dauerbrenner en masse, die in jeder Playlist ruckzuck ihren Platz finden: ´Johnny Delusional´, „Why don’t you ´Call Girl´“, ´Little Guy From The Suburbs´, „Bom-bom diddy ´Police Encounters´“, „Save me, save me, ´Save Me From Myself´“, „Sõ desu ne, sõ desu ne, ´Sõ Desu Ne´, ja ne“, ´The Man Without A Tan´, „´The Power Couple´s coming around“, „´Collaborations Don’t Work´, they don’t work, they don’t work, I’m gonna do it all by myself“, ´Piss Off´, „´So Many Bridges´ in the world to jump off of“, „Nobody sings like my daddy sang, he was the ´King Of The Song´ … I am the King, the King of the song“, ´Look At Me´ und „´A Violent Death´, oh, what a surprise, a violent death, no space to cry out“.

 

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