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STREET KOMPASS November 2020

Hallöchen,

lassen wir die Katze heute schnell aus dem Sack und verraten Euch ohne großes Vorgeplänkel unsere Monatsherrlichkeit?

Oder sollten wir Euch erst noch, neben den vielen quicklebendigen Reviews in diesem Monats-Kompass, den Mund etwas wässrig und die Ohren blutig auf unseren in gut zwei bis drei Wochen erscheinenden kleinen Jahresrückblick, unseren Flashback 2020, machen?

Seid also schon einmal gespannt, ob wir es geschafft haben, aus den vielen tollen Scheiben des Jahres 2020 ein Ranking zu erstellen.

Nun aber, ohne Euch länger auf die Folter zu spannen, zur …

 

 

M o n a t s h e r r l i c h k e i t

 

 

Q u i c k – R e v i e w s


ALLISON – They Never Come Back
2020 (6003 Records) – Stil: Melodic Hard Rock

In der ersten Hälfte der Neunziger konnten die Schweizer Rocker mit Frontfrau Janet La Rose mit zwei Alben punkten, von denen das gleichnamige Debüt sehr gefällig war. Das Sextett legt nun 25 Jahre nach dem zweiten Release ein neues Album vor und zeigt sich angriffslustig. Hier merkt man deutlich, dass dies kein Schnellschuss einer Band ist, die meint auf den Comeback- und Retro-Zug aufspringen zu müssen.

Zehn Songs, exzellent produziert, umschmeicheln die Ohren. Deutlich knackiger als die Frühwerke werden hier Nägel mit Köpfen gemacht. Tighter, wuchtiger Hard Rock mit hoher Melodiekomponente und der prägnanten Stimme von Janet La Rose, die neben einer überzeugenden Gitarrenarbeit mit ihrer Stimme die Songs prägt. Wobei die Stimme sicher für nicht wenige ein Diskussionsfaktor sein wird.

Schon mit den ersten beiden Nummern, `The River` und `Edge Of Golden Days`, wird klar in welchen musikalischen Pfaden man sich bewegt und dennoch unterscheiden sich beide Stücke nicht wenig. Dass sich das Material der Truppe wohlweislich aus Achtzigern und Neunziger Einflüssen speist, ist nicht zu überhören. Und dennoch wirken die Tracks nicht im Geringsten altbacken oder ausgelutscht.  Wer auf Female Fronted Bands wie WITNESS oder hard rockende HEART steht, dürfte mit ALLISON neues Futter gefunden haben. Überraschend starkes Comeback.

(7,5 Punkte – Jürgen Tschamler)

www.facebook.com/AllisonOfficialReunion


ALPHA BLANK – Life In 2 Pieces
2020 (M&O Music) – Stil: Alt Rock/Metal

Die Alternative-Band ALPHA BLANK startete 2017 von der französischen Riviera aus, die Welt im Steigflug zu nehmen. ´Life In 2 Pieces´ ist nach vier Singles das Debüt geworden. Da die Musiker teilweise seit Jahren bereits zusammen musizieren, klingen Max (Gesang und Rhythmus-Gitarre) und Chester (Gitarre) sowie Julien (Drums) und Sandra (Bass) keineswegs wie eine Anfänger-Combo, sondern sind ein eingespieltes Team.

Wenn ihr Hardrock zum Alternative Rock schwenkt, und BREAKING BENJAMIN und ALTER BRIDGE gedenkt, dann wird es manchmal auch metallischer, etwa in Richtung DISTURBED, und sogar mit einer kleinen Note á la PAIN OF SALVATION progressiver.

In der Summe betrachtet muss bei ´Life In 2 Pieces´ unbedingt von einem vielversprechenden Anfang gesprochen werden.

(7 Punkte – Michael Haifl)

alphablank.bandcamp.com/album/life-in-2-pieces

www.facebook.com/alphablank/


AMAHIRU – Amahiru
2020 (earMusic / Edel) – Stil: Melodic Metal

In a H.E.A.T.-Festival mood, part I: Wenn man sich die Unmengen an Bands anschaut, in denen der neueste KREATOR-Basszugang Frédéric Leclercq (u.a. SINSAENUM, es-DRAGONFORCE) schon überall gewirkt hat, dann ist es nicht weiter verwunderlich, was für eine Bandbreite von Hard Rock bis Power Metal mit seinem neuesten Projekt AMAHIRU verwirklicht wird, welches er mit der wunderbaren Gitarristin SAKI (MARY’S BLOOD, NEMOPHLILA) aus der Taufe gehoben hat. Rekrutiert wurden weiterhin Coen Janssen (Keyboards, EPICA), Mike Heller (FEAR FACTORY, RAVEN) und mit Archie Wilson steht am Mikro eine Granate, der all diese unterschiedlichen Stilarten hervorragend intoniert. Da stets auf melodische Licks und Leads geachtet wird, könnte dieses Album für alle Hard, Heavy & Metalheads funktionieren – egal, ob hier und da mal moderner gezockt, gegrowlt oder geflitzefingert wird. Besonders die duale Gitarrenarbeit von SAKI und Frédéric hebt diese Songs auf ein ganz eigenes Level.

Egal, ob dich Melo-Kracher wie ´Innocent´ oder das hardrockende ´WTTP´ packen, alle Register beim hymnischen Instrumental ´Ninja No Tamashii´ gezogen werden, dich Power-Speed-Granaten überrollen (´Vanguard´), das Groovemonster ´Bringing Me Down´ Hitpotenzial versprüht, das donnerriffende Duett mit Elize Ryd ´Lucky Star´ dir als „SAGA on Speed“ den Kopf wegprogmetalt, die ´Waves´ dir gefühlvoll die Ohren waschen oder gar der ´Samurai´ dich von den Beinen thrasht – die Mischung macht’s einfach und damit sollte man sämtliche Bühnen der irgendwann normalisierten Welt entern können, angefangen beim H.E.A.T.!

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/AmahiruOfficial


ARCTIC RAIN – The One
2020 (Frontiers Music s.rl.) – Stil: Melodic Rock

Es gibt drei Arten Alben. Die erste, die Spitzenklasse, wenn da eine erst mal rotiert, verlassen die kaum die Playlist. Und alles andere wird vergessen. Dann haben wir die ganz üblen, die noch nicht einmal fertig abgespielt werden.

Aber am meisten gibt es das Mittelfeld. Man hört sich das an, es ist auch gar nicht schlecht, was man hört. Aber irgendwie, es geht rein und wieder raus und wird vergessen. Dann finden sich andere Platten, die man lieber hört, und so wird der Stapel immer höher.

Etwa der auf ARCTIC RAIN. Das ist nicht mal unangenehmer Melodic Rock. Die Schweden sortieren sich da irgendwo ein zwischen EUROPE, BON JOVI und PRETTY MAIDS, nur nicht so fesselnd. Das Ganze ist perfekt produziert, in sich stimmig, die Refrains sind auch nicht zu cheesy. Trotzdem fehlt der letzte Kick. Und darum wandert ´The One´ auf die Ablage Mittelfeld. Irgendwie eben ein typisches Produkt aus dem Hause Forntiers.

(6 Punkte – Mario Wolski)

www.facebook.com/arcticrainband


BANGKOK – Locura
2020 (DBN Argentina) – Stil: Hard Rock

Noch ein Werk aus dem Mittelfeld. Die Argentinier BANGKOK (warum benennen sie sich nach der Hauptstadt Thailands?) bieten keyboardfreien Hard Rock. Irgendwie könnte man sich zwischen KISS, AEROSMITH und GREAT WHITE einsortieren, wenn die Songs etwas fesselnder wären. So heben sie sich vor allem durch den spanischen Gesang von tausenden von Mitbewerbern ab.

Zu vieles klingt auch gleich. Wohlfühlzone Midtempo. Da gibt es kaum Ausreißer nach unten oder oben. Wie wünscht man sich dann mal zur Abwechslung eine Speed-Nummer oder gar eine Ballade. Fehlanzeige.

Der beste Song, ´Lagrimas´, versteckt sich am Ende. Der hat eine gewisse Frische und sollte der Wegweiser sein für zukünftige Versuche.

(6,5 Punkte – Mario Wolski)

www.facebook.com/bangkokhardrock


BUG – Nunc Finis
2020 (Independent) – Stil: Noise Rock

Ungefähr neun Scheiben hat das Tiroler Noise Rock-Quartett BUG bislang veröffentlicht. Ungefähr nur zwei Besetzungswechsel mussten in all den Jahren verkraftetet werden. ´Nunc Finis´ muss gleichfalls auch erst einmal verkraftet werden. Bereits Mitte des Jahres erschienen, ist es aber erst für die Endtage des Jahres von größerem Belang. Denn das Album wurde auch in der entsprechenden Aura des Winters 2019/2020 aufgenommen.

Wenn die Tage kurz sind, das Leben manch einem äußerst lang vorkommt, dann wirken auch die Sounds von BUG am kraftvollsten. Hier ist kein Frühling, kein Aufbrechen, kein Sommer und Sonnenschein zu spüren. Die Innsbrucker lieben in ihren Darbietungen immer noch den Classic Noise Rock, obwohl sie auch gerne etwas Schwere und Belebung durch Death und Doom einfließen lassen. Ergo: wütender Lärm in Moll.

BUG sind in vielen Situationen und Ärgernissen zu goutieren: bei Einsamkeit und Depressionen (´Happy Pills´), bei auftauchenden Verschwörungstheorien (´QAnon´), beim Gnadentod und Verlust (´Leftovers´), beim ´Hass gegen Rechts´, aber nicht beim Mozart hören (´Amadeus´). Alle Füße und Zehen, Hände und Daumen gehen hoch.

(Michael Haifl)

www.facebook.com/originalbugbuam


CB3 – Aeons – Live Sessions
2021 (The Sign Records) – Stil: Jam Rock

Zu Beginn des Jahres hatte ich die Ehre, ´Aeons´ besprechen zu dürfen, das dritte Album des Malmöer Trios CB3. Parallel zum Erscheinen des Albums spielten sie live (aber schon ohne Publikum) drei Stücke dieses Albums.

Schon das Studioalbum hatte seine apokalyptischen Züge. Diese ´Live Sessions´ allerdings legen noch mehr das Augenmerk auf den Jam-Anteil. Diese drei Songs sind noch lauter, noch noisiger als die Studiofassungen. So werden ´Acid Haze´, ´Sonic Blaze´ und ´Warrior Queen´ noch einmal unter die Lupe genommen und die Eigenheiten verstärkt und betont.

Das mag nicht essentiell sein, ein spannender Einblick in die musikalische Entwicklung ist es auf jeden Fall. Wer auf den Punkt musiziert haben will, macht einfach einen Bogen um diese ´Live Sessions´. Wer eine psychedelische Ader in sich spürt, dürfte sich aber recht wohl fühlen.

(Mario Wolski)

cb3band.bandcamp.com

www.facebook.com/charlottasburningtrio


COSMOS – Mindgames
2012/2020 (Progressive Gears) – Stil: Prog Rock

Das dritte Album von COSMOS aus dem Jahre 2012 erfährt aktuell seine Wiederentdeckung durch das Label „Progressive Gears“. Und mit diesem öffnen sich die Ohren für das Stereo-Dorado, welches für die Liebhaber von PINK FLOYD aus den Lautsprechern hallt.

Klänge aus eben jenen Tagen der Prog Rock-Dinos verschmelzen in Klängen des Prog und Neo Prog. Denn auch Anhänger ihrer Landsleute von CLEPSYDRA dürfen zwei Ohren riskieren. Aber natürlich ist die Nähe zu David Gilmours Gitarre und seinen einstigen Mitkollegen nicht zu leugnen. Für ein Plagiat ist die Musik aber viel zu schön und abgehoben.

Die Schweizer COSMOS existieren seit 1993 und veröffentlichten ein Jahr später ihr Debüt ´The Deciding Moments Of Your Life´. Erst im Jahr 2006 folgte diesem ´Skygarden´, denn 1998 löste sich die Band erst einmal auf. Anfang der Nullerjahre wurde aus einem Soloprojekt wieder die Band COSMOS.

Glücklicherweise – sofern man erst jetzt COSMOS für sich entdeckt – haben sich „Progressive Gears“ ebenso dem Debüt angenommen.

(8 Punkte – Michael Haifl)

progressivegears.bandcamp.com/album/mindgames

www.facebook.com/cosmostheband


HELL IN THE CLUB – Hell Of Fame
2020 (Frontiers Music s.rl.) – Stil: Hardrock

Beständig veröffentlichen HELL IN THE CLUB seit über einer Dekade ihre Werke und sind mit ´Hell Of Fame´ bereits beim fünften angekommen. Obwohl das Quartett – Sänger Davide „Dave“ Moras (ELVENKING), Gitarrist Andrea „Picco“ Piccardi (ex-SEVENTHRONE), Bassist Andrea „Andy“ Buratto (SECRET SPHERE) und Schlagzeuger Marco „Mark“ Lazzarini (SECRET SPHERE) – aus Freude und Spaß zusammen kommt, lässt dieser Umstand die Qualität niemals leiden. Da die Italiener in den „Domination Studios“ in San Marino mit Simone Mularoni (DGM) aufgenommen haben, kann auch an der Produktion kein Makel aufgedeckt werden. Und so spielen sie einen gern mit großen Hooks geschmückten Hardrock/Heavy Metal, der auch vor Hair Metal und Sleaze nicht Halt macht.

Selbst wenn die Melodiefindung niemals so dermaßen brandneu um die Ecke kommt, verschießen sie gleich zu Beginn mit ´We’ll Never Leave The Castle´ und ´ Worst Case Scenario´ ihr bestes Pulver. Denn solche Steigerungen und Hooks finden sich im restlichen Songmaterial in dieser Form nicht mehr. Der erstgenannte Song enthält einen Schuss Hair Metal, der zweite mehr Power, so dass sogar Liebhaber von EDGUY angesprochen werden. Dann packen sie in ´No Room In Hell´ den Sleaze aus und begeben sich mit ´Nostalgia´ zu New Wave-Keys und Drums auf eben diesen Trip in die Achtzigerjahre, wenn sich „wanna be“ auf „E.T.“ oder „Rocky“ reimen muss. In letzter Konsequenz werden fröhliche Zeitgenossen mit Vorlieben für MÖTLEY CRÜE, SKID ROW und DANGER DANGER angefüttert.

(7 Punkte – Michael Haifl)

www.facebook.com/hellintheclub


HELL SPIKE – Lords Of War
2020 (Metal On Metal Records) – Stil: Speed-/Thrash Metal

Das portugiesische Trio liefert mit `Lords Of War` ein spritziges, enorm energisches Debüt ab, das für Fans von soliden Speed-/Thrash Metal-Bands deutscher Prägung wie NECRONOMICON, WARRANT, VIOLENT FORCE ein gefundenes Fressen sein sollte. Neu sind die Jungs nicht. Erfahrungen hat man in Truppen wie RAVENSIRE, IRONSWORD, MORBID LUST etc. gemacht und so hat man eine genaue Vorstellung wie die Mucke klingen soll.

ICE-mäßig geht das Teil dann auch ab. Acht Songs in hohem, aber keinem rasenden Tempo. Dazwischen Versatzstücke von schnellem Power Metal. Solide Kompositionen mit immer wieder gut eingebauten Melodieparts. Kein extremes Geballer, aber mit einer fetten Dosis Achtziger Charisma. In diesem Zusammenhang hervorzuheben: `Fallen Empire` oder `Iron Forces United`.

Mit dem Titeltrack liefert man eine vorbildliche Speed Nummer die fucking Old School-like einem die Rübe wegbläst. Der Gesang ist etwas RUNING WILD-stylish hier und da und passt hervorragend zu den Stücken. `Storm Of Fear` hält eine kleine DESTRUCTION-Note parat, was dann deutlich zeigt, das Trio ist doch recht breit aufgestellt. Alles in allem ein lobenswertes Debüt mit wuchtigen Songs und einem klasse Artwork. Gepflegtes Kopf-ab-Geballer mit Klasse.

(7,5 Punkte – Jürgen Tschamler)

www.facebook.com/hellspikespeed


HVALROSS – Cold Dark Rain
2021 (Independent) – Stil: Hard Rock

Ein Walross.

So kommt es einem vor, wie es schwer aus den Boxen quillt, und mit der Masse der tiefergelegten Riffs alles niedertrampelt, was im Wege steht. Hard Rock, infiziert mit doomig schweren, psychedelischen Gitarren aus den 70ern haben sich die fünf Niederländer aus Roosendaal auf die Fahnen geschrieben. Dazu eine Prise Blues, das Ganze garniert mit Melodien zum Niederknien, fertig ist ´Cold Dark Rain´.

Und so passen sie doch recht gut in ein Festival mit Altrockern wie GOLDEN EARRING und Zeitgenossen der Marke NAVARONE und DE-WOLFF. Oder ins Plattenregal von Leuten, die es altmodisch mögen, fett und heavy.

(7 Punkte – Mario Wolski)

hvalross.bandcamp.com/releases

www.facebook.com/hvalrossband


JADED STAR – Realign
2020 (Noble Demon) – Stil: Modern Hard & Heavy

In a H.E.A.T.-Festival mood, part II: Ja, ich bekenne mich zur Frauenquote im Metal. Mit einem trotzig-kraftvollen Statement für den Variantenreichtum sämtlicher Genres mit Fronterin geht der Opener ´Female Fronted´ als direkter Hit auf die Zwölf und ich bin sofort am Haken dieser starken Stimme von Maxi Nil (ex-VISIONS OF ATLANTIS). Mit komplett runderneuerter Band steht nun der packende Zweitling ´Realign´ in den Startlöchern und von meiner Seite aus müssen sich JADED STAR vor keinem Wettkampfteilnehmer und keinerlei Stolpern vor irgendwelchen Hürden auf der Strecke fürchten, denn das Trainingsergebnis ist zur Kür geraten – pures, melodisches Adrenalin für die Sinne. Fesselnd, eigenständig, kompositorisch ausgereift und mit Schmackes exerziert, geht man in dieser Sportart in die Startblöcke neben Topathleten wie LEE AARON, HALESTORM oder ALL ENDS, die nach explosivem EP-Kurzstreckenstart leider strauchelten. Meine Highlights dieses durchgängig hochkarätigen Albums sind die sich grandios aufbauenden, fett riffenden ´Breathing Fire´ und ´Vertigo´, Hit-Appeal versprühen ´Maybe´ und ´Adrian´, groovenden Metal birgt ´Children Of Chaos´ und die Überballade ´Higher Than Love´ überzeugt vollends.

´Realign´ besticht durch Ideenreichtum und einer perfekte Mischung aus Eingängigkeit und Heavyness, dass es einfach nur eine wahres Vergnügen ist, diesem zeitgemäßen Album zu lauschen.

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/jadedstarofficial


KORYPHEUS – Over The Rainbow
2020 (M&O Music) – Stil: Modern Prog Metal

Heavy Metal der modernen Variante spielen KORYPHEUS. Das Quintett aus der Ukraine hat bislang seit seiner Gründung im Jahre 2016 nur eine EP (´Blessed´) vor zwei Jahren veröffentlichen können. ´Over The Rainbow´ ist das Debüt mit neun Stücken.

Zwischen hartem (durch Julian Torsos) und bisweilen melodischem Gesang (durch Andy Gushin) beweist sich bereits die stimmliche, nicht ungewöhnliche Bandbreite. Zu dieser Vielfalt stößt überraschend Steve Millers ´Abracadabra´ in einer flotten Metal-Hybrid- Coverversion hinzu.

Zu den philosophischen Überlegungen zur Mythologie und Mystik stoßen KORYPHEUS ihren Kosmos auf, der von OBSCURA und OPETH, von MASTODON und GOJIRA sowie DEVIN TOWNSEND geprägt ist.

(7 Punkte – Michael Haifl)

www.facebook.com/Korypheusband


JAYCE LANDBERG – The Forbidden World
2020 (GMR Music Group) – Stil: Hard & Heavy Wizardry

In a H.E.A.T.-Festival mood, part III: Wer räkelt sich denn auf dem Cover da so verboten in der verbotenen Welt der Gitarren? Es ist der Jayce und er hat mit seinem Kumpel Göran Edman dessen Ex-Chef Yngwie ein Schnippchen geschlagen, denn er kann viel mehr als „nur“ Gitarre spielen – er kann dem Göran auch Songs schreiben, mit denen beide glänzen und die das Herz des Hard & Heavy Fans mächtig zum Schlagen bringen. Wessen Unterwäsche bei klassischen Hard Rock Titeln wie ´Promise Of Asgaard´, ´Russian Roulette´ oder ´Vyktorya´ (mit unnötiger Pause mittendrin – nicht abschalten nach Solo!) trocken bleibt, trägt keine. Aber auch moderneres Riffing und Songstrukturen finden sich bei ´Never Love Again´, ´Happy 4 U´, ´God Is Dead´ (Hammerstampfer!) und mit Gastsängerin wird ´Don’t Believe´ auch mal poppig, aber mit Klasse. Dafür liefert Jayce mit ´Ghosts Of Venus´ ein Instrumental in der Tradition der alten Gitarrengötter. Es ist einfach mal wieder ein Genuss, einen begnadeten Gitarristen und dessen Fähigkeiten zu hören, die in Einklang mit den Songs stehen, anstatt diese als reines Fundament für instrumentalen Show-Off zu missbrauchen. Ist der Meister etwa neidisch auf die SCORPIONS oder ist ´Jealousy´ ganz unabhängig vom Titel als gelungene Hommage an Klaus und die Männers zu sehen? Absolut egal, denn in ´The Forbidden World´ rockt es vom Feinsten und zwar von vorne bis hinten.

Ein Album, das eindrucksvoll zeigt, dass Tradition und Moderne sehr wohl in Harmonie und Einklang auf einem Album stehen können. Melodic-Wizard-Tipp!

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/jaycelandberg


MAIDENS OF MERCURY – Life (EP)
2020 (BMH Audio) – Stil: Hard Rock

In a H.E.A.T.-Festival mood, part IV: Schon wieder ein Multi-Instrumentalistenwunderkind! Manchmal ist es schon unglaublich, was passiert, wenn dir im Lockdown nichts mehr bleibt, außer deiner Fähigkeit, starke Songs zu schreiben und diese kurzerhand im Alleingang aufzunehmen. Ach ja, man muss nebenbei natürlich noch Instrumente spielen und singen können. Matt Young besitzt dieses musikalische „Shining“ und zaubert eine EP hervor, die dermaßen lebendig rüberkommt, dass man sich nichts sehnlicher wünscht als deren Umsetzung auf der Bühne. Die fünf Songs vereinen Trademarks von klassischem Hardrock und lockerem AOR, ohne zu irgendeiner Zeit austauschbar oder belanglos zu wirken. Mal bluesig von den Altvordersten des harten Rocks inspiriert (´The Messenger´), mal ein Fitzelchen Sleaze und Groove, eine wahrhaft große Ballade, die auch dem ASIA-Fan gefallen dürfte (´Slipping Away´) und eine Melodic Rock Hymne, die das Zeug zum Livekracher hat (´Life´) sind leider viel zu schnell vorbei, bevor die Reprise zum Anfang zurückführt und zum nächsten Durchgang animiert.

Die ganz leichte Reminiszenz in den Strophen von ´Before The Madness´, die an einen großen Stadienhit eines gewissen Robbie Williams denken lässt, nehme ich als Fazit für Matts lebensbejahende MAIDENS OF MERCURY: Let me entertain you! Mehr davon bringt der Nikolausi bereits am vierten Dezember. Your message is heard, Matt!

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/maidensofmercury


ROB MORATTI – Paragon
2020 (AOR Heaven) – Stil: Hard Rock/AOR

In a H.E.A.T.-Festival mood, part V: Ich mag ihn einfach, den Rob. Er erfindet das AOR-Rad nicht neu, muss und will er auch gar nicht, dafür zünden seine Songs auch so auf dem neuen Album, welches der fleißige Bursche nach dem Vorgänger von 2019 jetzt bereits wieder ins Rennen schickt. Ein absolutes Trademark natürlich die charaktervolle, glockenklare Stimme des Kanadiers, die er scheinbar spielend in die höchsten Sphären manövriert, um seinen Ohrwürmern diese gewissen Highlights zu verleihen. Mal druckvoll, mal etwas seichter sollten Freunde seiner Band FINAL FRONTIER als auch JOURNEY, SURVIVOR oder NIGHT RANGER hiermit voll auf ihre Kosten kommen. Über seinen kurzen Ausflug mit SAGA reden wir heute mal nicht, freuen uns aber tierisch, dass der sonst mit Gastbeiträgen so zurückhaltende Flitzefinger Ian Crichton ihn immer noch mag und auch Schlagzeuger Brian Dörner neben einer hochkarätigen Musikerbesetzung ebenfalls mit von der Partie waren. Gerade momentan macht eine solche Gute-Laune-Scheibe doppelt Spaß und mit Tracks wie ´I’m Falling´, ´Remember´, ´Alone Anymore´, ´Bullet Proof Alibi´ oder ´Stay Away´ kommt man definitiv mal auf andere Gedanken.

Hirn aus, Regler auf, Partner(-in) oder Katze in den Arm genommen und lasst den Rob nur mal machen – wirkt für Körper und Geist immer mindestens so gut wie eine Massage und kostet nur einmal Geld!

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/Rob-Moratti


MOUNTAIN CALLER – Chronicle I: The Truthseeker
2020 (New Heavy Sounds) – Stil: Heavy Progressive Instrumental/Stoner Rock

Interessantes aus der britischen Hauptstadt. MOUNTAIN CALLER nennt sich ein Trio aus zwei Ladies und einem Mann bestehend, die einen musikalisch mit auf eine interessante Reise nehmen. Eine intensive Mixtur aus Stoner, Psychedelic und Progressive-Instrumental Einflüssen.

In nur einem Song, `A Clamour Of Limbs`, kommt kurz weiblicher Gesang zum Einsatz, ansonsten führt einen das Trio durch atmosphärisch dichte Instrumentalstücke, die mal gediegen rocken, mal dezent hektisch oder doomig schwere Akzente setzen. Man muss sich auf die Tracks einlassen, sich mitziehen lassen, um die Kleinigkeiten in den Songs zu entdecken.

Eine Nummer wie `Trail By Combat` wabert mit einem tiefsinnigen Rhythmus und viel Energie in den Musikkosmos. `Feast At Half-Light City` ist etwas vertrackter in Rhythmus und Eleganz, überzeugt aber mit einer überragenden Gitarrenarbeit. Die manchmal Jam-artigen Passagen sind pure Emotionen. MOUNTAIN CALLER sind eine Band für Fans von 3rd EAR EXPERIENCE, MY SLEEPING KARMA und Co., nur mit einer deutlich verproggteren Note, ohne einen zu strapazieren. Sehr starkes Debüt der Engländer, denen man mehr als nur ein Ohr geben sollte.

(8 Punkte – Jürgen Tschamler)

www.facebook.com/mountaincaller


PANZERBALLETT – Planet Z
2020 (Gentle Art Of Music/Soulfood Music) – Stil: Prog Metal/Instrumental/Jazzrock

Neue Ideen und Vorstellungsweisen im Hause PANZERBALLETT. Mastermind Jan Zehrfeld (Gitarre, Bass) hat für die Umsetzung des neuesten Werkes einige namhafte Schlagzeuger ins Studio gelotst (Hannes Grossmann, Marco Minnemann, Virgil Donati, Morgan Ågren, Gergő Borlai, Andy Lind) und damit im Sound zwischen Prog Metal und Jazzrock die Blickrichtung auf das Schlagzeug fixiert.

Natürlich bleibt das Saxofon im Ballett nicht außer Acht (Florian Fennes, Sam Greenfield, Georg Gratzer, Michael Lutzeier), aber selbst auf Fremdkompositionen der Avantgarde, allein ´Urchin Vs. Octopus´ und ´SOS´ entstammen der Feder von Jan Zehrfeld, greift das PANZERBALLETT nach drei Jahren der Veröffentlichungsflaute zurück. Gerade aus diesem Umstand heraus werden diesmal die dargebrachten Kompositionen womöglich sogar dem Metaller mehr als dem Jazzer munden.

(7 Punkte – Michael Haifl)

www.facebook.com/Panzerballett


PUSCIFER – Existential Reckoning
2020 (Alchemy Recordings / Puscifer Entertainment / BMG) – Stil: Alternative / Electro Rock

Leider ist nicht FBI-Spezialagent Dale Bartholomew Cooper wieder im Blickfeld der Öffentlichkeit, sondern die Agenten Mat Mitchell (Gitarre, Bass, Keyboards) und Carina Round (Gesang, Keyboards) sowie der Agenten-Azubi Maynard James Keenan (Gesang, Stories). Greg Edwards (Bass, Gitarre, Keyboards), Gunnar Olsen (Drums) und Sarah Jones (Drums) halten sich als Ersatz-Agenten zur Verfügung. Billy D ist unauffindbar.

Also lassen PUSCIFER 2020 die Synthesizer dröhnen, Carina Round singt, Azubi Maynard James Keenan erst nach einigen Liedern, dabei aber umso mehr Gänsehaut erzeugend, und zeigen der Jugend, wie sich Agenten ihre Elektro-Pop-Songs vorstellen.  Im Sinne des Alternative Rock ist jederzeit Platz für Ambient und Synthie Pop, aber auch Trip Hop.

Dennoch ist auf dem vierten Werk ´Existential Reckoning´ dieser mysteriösen Agenten PUSCIFER nicht der unbedingte Wille spürbar, die vorhergehende Agentenmitteilung á la musikalische Sprachnachrichten zu übertreffen.

(7 Punkte – Michael Haifl)

www.facebook.com/PusciferMusic


TOXENARIS – The Third Policeman
2020 (Independent) – Stil: Prog Rock / Elektronik / Jazz

Multiinstrumentalist Timo Aspelmeier steht hinter dem Projekt TOXENARIS. Bereits 2016 hat er eine Version des Werkes ´The Third Policeman´ veröffentlicht. Doch in diesem Jahr, nach wohl bald über 20 Jahren Gedanken und Ideen zusammenfügen und komplettieren, hat er die finale Version dieses instrumentalen Konzeptwerkes in die Öffentlichkeit getragen.

Die Musik darf eindeutig dem Progressive Rock zugeordnet werden, lebt aber gleichwohl von einer Vielfalt und dem experimentellen sowie avantgardistischen Gedanken. Dem Konzept dient als Grundlage natürlich der Roman „Der dritte Polizist“ des irischen Schriftstellers Flann O’Brien, der erst nach dessen Tode 1967 erschien. Ein postmoderner Roman mit Metafiktion.

Timo Aspelmeier spielt dabei nahezu alle Instrumente (Keyboards, Bass, Gitarre, Drum Programming, Percussions) und hat nur zwei Gastmusiker eingeladen, Martin Kiemes am Cello und David Marlow am Grand Piano. Die Synthesizer und Keyboards ertönen wie aus den glorreichen Siebzigerjahren stammend, auch im elektronischen Gedanken der Berliner Schule, etwas Jazz und Experimental Music fügt sich bei. Denn die elektrische Gitarre steht eher selten im Blickfeld der Geschichtserzählung, so dass sich ebenso Elektronik- und Ambient-Hörer in der Musik des ´The Third Policeman´ verfangen können.

(7 Punkte – Michael Haifl)

toxenaris.bandcamp.com/album/the-third-policeman


UFO – Live In Youngstown 1978
2020 (Chrysalis Records) – Stil: Hard Rock

Zum Record Store Day, dieser ursprünglich mal geilen Idee für unabhängige Plattenläden und inzwischen zu einer extrem verkommenen Kommerzveranstaltung umfunktioniert, wurde `Live In Youngstown 1978` veröffentlicht. Angeblich auf 1.200 Kopien limitiert, musste man Glück haben, überhaupt eine Scheibe zu bekommen. Manchmal muss man über seinen Schatten springen und Dinge tun, die man eigentlich boykottiert. RSD Platten kaufen. Aber in Sachen UFO dieses Mal unumgänglich.

UFO in dieser Ära, und diesem Line-up, war die ultimative Rockmaschine und auf dieser Zeit beruht auch der legendäre Status der Band.  `Live In Youngstown 1978` ist so gesehen ein Livealbum, das Aufgrund der Songauswahl locker in den Infight mit dem Klassiker `Strangers In The Night` gehen kann. Jenem UFO-Livealbum, das die Essenz dessen darstellt wofür UFO abgefeiert werden. Die Hälfte der Songs von `Live In Youngstown 1978` findet sich auch auf `Strangers In The Night`. Die Band spielt super solide, der Sound ist ungeschliffener im Vergleich zu `Strangers In The Night`, was dem Ganzen einen sehr authentischen Touch gibt. Mit `Cherry` und `Pack It Up (And Go)` finden sich auch zwei Songs im Set, die man sonst so nicht vorfindet. Die Aufmachung ist okay, das Vinyl selbst superdick. Man muss sicher nicht viel UFO-Alben haben, aber alles aus dieser Phase der Band ist Pflicht. Ansonsten ein sehr schöner Release.

(ohne Wertung – Jürgen Tschamler )

www.facebook.com/UFOofficial


V/A The Right To Rock – The Mexicano And Chicano Rock’n’Roll Rebellion 1955-1963
2020 (Bear Family Productions) – Stil: Rock’n’Roll

Ihr wollt zurück in die Fünfzigerjahre? Weil früher alles besser war, auch die Musik? Dann macht Euch vor Ort auf Rock ’n‘ Roll gefasst.

Ihr nehmt den Express an die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten und werdet Zeuge einer eigenen musikalischen Ausrichtung, dem Mexicano/Chicano-Rock ’n‘ Roll. Davon können Phänomene wie Trini Lopez oder Chris Montez bis heute Zeuge sein. Als Chicanos sahen sich damals die lateinamerikanischen Jugendlichen an und begehrten spätestens in den 50s gegen ihre Unterdrückung auf.

´The Right To Rock – The Mexicano And Chicano Rock’n’Roll Rebellion 1955-1963´ nimmt uns auf eine Rundreise in diese Zeitebene mit, zu Künstlern, die sich an der Grenze, gegenseitig über die Grenze hinweg inspirierten. Hier wird Künstlern Gehör verschafft, die in der weiten Welt eher unbekannt waren und sind. Chicano-Rocker wie Ritchie Valens und Chris Montez wurden dagegen weltweit populär.

´Hippy Hippy Shake´ scheint Chan Romero in selber Weise wie ´A-Wop-Bop-A-Loo-Bop-A-Lop-Bam-Boom!´ von Little Richards herauszubrüllen. LOS XOCHIMILCAS verzaubern mit Mariachi-Trompete und Akkordeon oder die Elvis-Verehrer LOS GIBSON BOYDS, die ´Good Rockin‘ Tonight´ adaptieren.

´The Right To Rock – The Mexicano And Chicano Rock’n’Roll Rebellion 1955-1963´ ist nicht nur ausgiebig illustriert, sondern verschafft auch einen Zugang zu den kulturellen & politischen Hintergründen jener Zeit.

(Michael Haifl)

www.facebook.com/BearFamilyRecords


VENTURA – Tanzend auf Ruinen
2020 (Independent) – Stil: Rock

Fünf Köpfe bilden seit 2017 die Rockband VENTURA: die Gitarristen Henrik Nagel und Ralf Jung, Bassist Frank Keil, Schlagzeuger Andre Reinartz sowie Sänger Marvin Ventura.

Ihre erste Single erschien im April 2018 und bereits im Dezember konnten sie in der Kategorie „Bester Rocksong 2018“ den Deutschen Rock- und Pop-Preis entgegen nehmen.

Dabei steht ihre erste EP erst jetzt vor der Tür und die Jungs aus dem Saarland, und nicht aus eben der Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien, durften nun endlich ihre Live-Erfahrung im Studio nachweisen.

Im Gegensatz zur gewöhnlichen Deutsch Rock-Combo singt Marvin Ventura zumeist nur die Refrains in gewöhnlicher Rock-Manier, denn die Strophen geht er im dezenten Rap-Gesang an, ohne unbedingt wie wild zum Herumhüpfen zu animieren oder wie die deutsche Antwort auf LIMP BIZKIT und die BLOODHOUND GANG zu klingen.

VENTURA – für den zeitgemäßen Rock-Hörer.

www.facebook.com/rockventuras

ventura-band.bandcamp.com/album/tanzend-auf-ruinen


WHITE MAGICAN – Dealers Of Divinity
2020 (Cruz Del Sur Music) – Stil: Classic-/Hard Rock

Aus Detroit Rock City kommen WHITE MAGICAN und liefern auf ihrem Debüt einen interessanten Mix aus klassischen Metal-Elementen und 70er Jahre Hard Rock. In der Schnittmenge aus BLUE ÖYSTER CULT, GRAND FUNK RAILROAD sowie NWoBHM und verproggten Elementen des Seventies Hard Rock, finden sich viele Momente die aufhorchen lassen, aber auch Passagen, die einen leicht nervigen Touch besitzen.

Wenn die Amis etwas flotter nach vorne gehen, überlagern coole Riffs, in den Tiefen des Progs verliert man etwas den Spannungsbogen. Insgesamt aber ist das Material schon eigenwillig und trotz einer eigentlich nicht sehr hohen Ohrwurmquote bleiben doch einige Songs hängen. So seltsam das auch klingen mag.

Die trockene, erdige Produktion wirkt zu Beginn leicht blass, offenbart aber ihre Stärken nach ein paar Durchgängen. Das ist Retro Rock im Jahre 2020. Eigenwillig, etwas unkonventionell aber auch gefällig. Den Gesang teilen sich The Great Kaiser und Mofang Tengrand. Einer der beiden sollte besser weniger bis gar nicht singen. Das ist bei einigen Songs der offensichtliche Schwachpunkt. `Power Of The Stone`, eigentlich ein supercooler Rocker, wird durch den belanglosen Gesang runtergezogen. Da besteht Verbesserungsbedarf. Fünf der sieben Songs knacken die 7-Minutenmarke, was zeigt, dass man die Stücke recht vollstopft. Manchmal wäre weniger mehr. Nerds die beispielweise SPELL mögen, sollten sich WHITE MAGICAN anhören.

(7 Punkte – Jürgen Tschamler)

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WILDNESS – Ultimate Demise
2020 (AOR Heaven) – Hard & Heavy

In a H.E.A.T.-Festival mood, part VI: Mir fehlen die Worte, sad but true. Wie kann man in diesen jungen Jahren den Spirit des 80er Hardrock dermaßen mit den Löffeln gefressen und verinnerlicht haben wie diese Jungs? Okay, ein Blick auf’s Cover und der Moviefreak hat sofort den „Interceptor (orig.: The Wraith)“ von 1986 im Kleinhirn und voilà, genau da sind wir. Ihre Visitenkarte hatten die Schweden nach ihrem grandiosen Debüt live bereits 2018 eindrucksvoll neben Größen wie GUILD OF AGES, HARDLINE oder Michael Bormann’s JADED HARD nahezu ebenbürtig hinterlassen. Alleine das US-Metal-würdige Intro ´Call Of The Wild´ macht schon mächtig Laune auf das, was alles geboten wird und verspricht nicht zuviel. Ich habe zwar paar Durchläufe gebraucht, um mich an den „Neuen“ am Mikro zu gewöhnen, aber irgendwann sind die anderen stimmlichen Nuancen im Ohr und du kannst dich komplett in diesen schweinegeilen Hardrock fallen lassen, der in dieser Form nur in den 80ern, von PINK CREAM 69 in ihren stärksten Momenten und heutzutage nur von den Besten ihres Fachs so gekonnt auf unserem Erdball dargeboten wird. Welche Songs soll ich rauspicken? Vielleicht außer dem kompletten Album einfach nur den balladesken Titelsong ´The Ultimate Demise´, den in goldenen Zeiten nur ein Tony Carey hätte schreiben können?

WILDNESS haben mit ihren kraftvollen, flotten Songs die Freikarte dafür, sich auf den Billings sämtlicher gemischten Festivals wiederzufinden, sobald diese wieder stattfinden – und zwar im oberen Bereich!

(Less Lessmeister)

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Wir wünschen Euch eine besinnliche und friedvolle Adventszeit
Euer
Michael und das gesamte Streetclip-Team

 


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