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WYTCH HAZEL – III: Pentecost

~ 2020 (Bad Omen Records) – Stil: Hardrock ~


WYTCH HAZEL nehmen mit ´III: Pentecost´ den nächsten Schritt zur Erleuchtung. Das dritte abendfüllende Werk löst sich zwar nicht von der Vergangenheit, ist jedoch weniger Folk, ist weniger NWoBHM, und mehr Hardrock. Es ist melodischer, härter und zielgerichteter von Colin Hendra und seiner Bande komponiert und aufgenommen worden, besitzt den alten Spirit des frühen Heavy Metal sowie des Hardrock und Progrock der Siebzigerjahre. Die altersgerechte Klientel des Retrorock als auch Hardrock wird selbstredend weiterhin angesprochen. Und obwohl sich Colin Hendra bis zuletzt nicht unbedingt als religiös einzuschätzen vermochte, aber schon länger über das Lesen der Bibel eine spirituelle Verbindung zu Gott sucht, bekennt er nun offen, dass sich sein Glaube auf die Musik durchschlägt, da er nun mal der alleinige Songwriter ist. Colin Hendra lebt, um Gott zu dienen und zu verehren, und auch in seiner Musik zeigt sich die Herrlichkeit Gottes. ´III: Pentecost´ bezeugt es.

Selbst im Angesicht von Luzifer strahlen die Werke vom „Herr und Schöpfer, Lamm Gottes“ in allen (´Archangel´). In „Feuerzungen“ senkt sich der Heilige Geist, in Feuer und Flamme, an Pfingsten auf die Jünger herab und führt sie (´Spirit And Fire´). Befreit von den Fesseln, kann Luzifer widerstanden werden. „Die Erlösung ist da“ (´I Am Redeemed´). Dem Bösen widerstehen (´I Will Not´), keine Angst vor dem Tod, wenn die Reben des Weinstockes gepresst werden (´Reap The Harvest´). Selbst wenn die „Armee der Knochen“ erwacht (´Dry Bones´), wenn wir uns verirren und die Dämonen wiederkehren (´The Crown´), „liebt er dich“, der Schöpfer (´Ancient Of Days´).

 

 

Es sind nur große Momente – „For we are falling down and we are losing ground; but our future’s safe and sound and we will not lose our crown“ (´The Crown´) – und emotionsreiche – „Death is coming, death is coming; I will not be afraid; I will not be afraid“ (´Reap The Harvest´) – die beständig für Begeisterung sorgen. Anklänge des Pomp Rock/Hardrock (´He Is The Fight´), des Hardrock/Prog Rock á la SARACEN (´Spirit And Fire´) oder MAGNUM (´I Will Not´) treten an den Tag. Es gibt Gitarren, die beim Jubilieren an Southern Rock gemahnen und wohlige Orgel-Klänge zulassen (´I Am Redeemed´), bluesigen heavy Hardrock (´Dry Bones´) und einmal wird der GHOST nicht BÖC, sondern gar britisch (´Archangel´).

WYTCH HAZEL sind dank ihrer Kompositionskunst wahrlich ein Lichtblick, ein wahrer Silberstreifen der gesamten Szene.

„Worthy, worthy, of all of the praise!“

(9 Punkte)

https://www.facebook.com/wytchhazel


(VÖ: 30.10.2020)