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STREET KOMPASS Juli 2020

Einen wunderschönen August

wollen wir Euch mit der Veröffentlichung des neuesten Kompasses wünschen, der in seiner Summe alle Kurzreviews des Monats Juli beherbergt und vielleicht ein paar Tage zu spät erscheint, aber gerade deshalb brandaktuell, heiß wie das Wetter ist.

Stellt eiskalte Getränke bereit, dreht die Lautstärke auf: wir gehen gleich in medias res, zur Monatsherrlichkeit!

 

 

 

M o n a t s h e r r l i c h k e i t

 

 

 

Q u i c k – R e v i e w s


ANCILLOTTI – Hell On Earth
2020 (Pure Steel Records) – Stil: Heavy/Power Metal

Metal on, Garth? Metal on, Wayne! In bester Powertradition wie zum Beispiel unser HERMAN FRANK spielen die Norditaliener auf … und das auf internationalem Niveau, wenn auch stilistisch mit einem gerne als „teutonisch“ bezeichneten Flair. Auf ihrem dritten Album steht das Familienunternehmen für unverfälschten, kraftvollen Riffmetal mit wuchtigen Doublebass-Attacken so wie’s dem Vadder gefällt.

Besonders die kernige Stimme von Daniele „Bud“ passt wie der Deckel auf den Eimer, den sein Bruder Sandro „Bid“ (Bass) und Sohn Brian Ancillotti (Drums) zusammen mit Gitarrist „Ciano“ Toscani bis zum Überlaufen mit reinem, stampfenden Heavy Metal und fetzigem Powermetal füllen. An manchen Stellen hälst du inne und fragst dich, ob möglicherweise unsere legendären TALON heutzutage so klingen würden und nun dürft ihr direkt losrennen und das Teil verhaften.

Ein weiterer Pfundshammer aus dem guten Hause „Pure Steel“, die immer wieder ein Händchen für packenden Metal beweisen. Da gibt’s nichts zu motzen und zu mäkeln, da hilft einfach nur hören und headbangen.

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/AncillottiBand


BONA LISA – Give It All You Got
2020 (Independent) – Stil: Hard Rock/Heavy Metal

Ein Bandname, der an eines der berühmtesten Bilder der Kunstgeschichte erinnert, auch wenn ich es nicht zu den besten zähle, das kann aber an anderer Stelle diskutiert werden, so ein Bandname ist mutig. Da BONA LISA aber einen gepflegten Old-School female-fronted Heavy-Kram abliefern, leider nur in der kurzen Form einer 5-Track-EP, ist der Mut berechtigt. Ebenso wie die Person auf da Vincis Gemälde haben die vier aus Columbia in South Carolina starke Bodenhaftung. Ein erdiger Sound, verwurzelt zwischen der Dünnen Liesel und den Eisernen Jungfrauen, ersparen sie dem Hörer unnötige Experimente und Abseitiges.

Sie rocken, ähnlich SAVAGE MASTER einfach gerade aus, nur fehlen die metaltypischen Schwert-Zauberer-Helden-Lyrics. Dazu kommt mit Donna Milikin eine verdammt gute Stimme, die weder die Opernsirene mimt, noch die Doro pescht, sondern ganz sie selbst ist.

Und ´I Want Out´ ist kein HELLOWEEN-Cover. Würde aber passen.

BONA LISA? Sollte man im Auge behalten.

(7,5 Punkte – Mario Wolski)


CIRCUS ELECTRIC – Circus Electric
2020 (Independent/Noisolution) – Stil: Classic Rock

Bock auf Classic Rock der alten Schule?

Dann einfach mal CIRCUS ELECTRIC antesten. Die drei Jungs stecken knietief in den Achtzigern, eher ´Once Bitten´ als ´Permanent Vacation´. Immer dabei, die nötige Portion Dreck, Blues und Straße. Aber auch immer dabei eine dicke Portion Pop-Appeal. Nicht umsonst sind die Herrschaften schon als Opener für die nächste DEEP PURPLE-Tour bestätigt.

Also, reinhören und feststellen, das hier ist genau das richtige Futter für die nächste Autofahrt in den sommerlichen Sonnenuntergang.

(7 Punkte – Mario Wolski)

www.facebook.com/circuselectricofficial


DEEPER GRAVES – Open Roads
2020 (Disorder Recordings) – Stil: Atmospheric Post-Punk/Darkwave

Schluss mit Sommer, Sonne, Albernheit und Menschenansammlungen mit mehr oder weniger Distanz. Atmosphärisch, stimmungsvoll, getragen und erhaben kommt das Solowerk von Jeff Wilson (CHROME WAVES, ex-NACHTMYSTIUM) zwischen den engen Spalten eurer heruntergezogenen Rollläden durch den Raum und gibt euch die Gelegenheit, Geist und Seele baumeln zu lassen. Tranceartige, beschwörende Drumpatterns, dunkle Synthteppiche und Streicher, mal geflüsterte, mal wie eine predigende Version der IDLE HANDS und TOYAH gesungene Einladung zu einer schwebenden Reise durch Zeit und Raum dahin, wo DEAD CAN DANCE in ihren absolut düstersten Momenten alle Folklore abstreifen und sich dem Soundtrack der tiefsten Einsamkeit hingeben. Oh, Finsternis, du kannst so schön sein in den FIELDS OF THE NEPHILIM und ich folge bedingungslos den sich vor mir eröffnenden Strassen bis zu den tieferen Gräbern meines Inneren. Selten habe ich in letzter Zeit einen solch unglaublich intensiven, kraftvollen Trip gemacht – ganz ohne Drogen. Music is the Drug.

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/deepergravesofficial


DREAMS OF AVALON – Beyond The Dream
2020 (Metalville) – Stil: Hardrock/Melodic Rock

Sommermusik gesucht? Einfach mal lässig, sorgenfrei melodisch abrocken mit starkem Sänger, Keyboards und klassischen Gitarrensoli heißt die Devise bei diesem Melodic-Rock-Projekt, welches der Vision des schwedischen Gitarristen, Songwriter und Produzenten Joachim Nordlund (ASTRAL DOORS) entsprang und der auch kurzerhand die wirklich hörenswerten Vocals übernahm.

Euch erwartet fluffiger Hardrock zwischen AOR und Melodic Rock, der bei schnellerer Gangart teilweise an die rockigeren Stücke von AVANTASIA erinnert und – Achtung, jetzt kommt’s wieder – hervorragend in ein Billing kommender H.E.A.T.-Festivals passen würde.

Gute Laune, Mitsingfaktor, technische Finesse – keine Sensation, aber wer die JOURNEY in dieses Rockuniversum gerne unternimmt, macht hier nichts falsch.

Anspieltipps: ´Under The Gun´, ´Run For Cover´, ´Into The Night´, ´On The Run´

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/dreamsofavalonsweden


MALLEUS – Your Nightmare Calls
2020 (Golden Core/ZYX) – Stil: Heavy Metal

Anfang der 1980-Jahre von dem ehemaligen WITCHYNDE-Bassisten Andro Coulton ins Leben gerufen, konnten MALLEUS mit ihrem eigenwilligen Sound eine kleine Duftmarke in der damals aufkeimenden NWoBHM-Szene setzen. Zu mehr hat es allerdings nicht gereicht, weshalb die Band auch wieder schnell von der musikalischen Bildfläche verschwunden ist. Nun melden sich die Briten via „Golden Core Records“ mit Neueinspielungen älteren Materials und neuen Titeln zurück und sind vor allen Dingen für Freunde des ganz frühen britischen Stahls, Siebziger-Fetischisten, sowie Sammlern und Alleskäufern sehr interessant.

Musikalisch erinnern die Briten manchmal ein wenig an die ganz frühen Alben ihrer Landsleute von TANK und RAVEN, gehen dabei aber nicht ganz so chaotisch wie beispielsweise „die Raben“ oder so roh, forsch und dreckig wie „der Panzer“ zu Werke (`Anthem For The Damned´). Überwiegend aber finden sich deutliche Parallelen zu Siebziger-Truppen der Marke HAWKWIND, mit leicht psychedelischem Unteron, oder schweres, doomiges Geschütz wie von BLACK SABBATH oder SAINT VITUS in der Musik von MALLEUS wider. Also fast schon mehr „Seventies“-Mucke als NWoBHM *grins*!!! Obwohl die Produktion absolut nicht dem heutigen Standard entspricht, versprüht eben diese den tollen Charakter und Charme der ganz frühen Tage. Coole Veröffentlichung, sehr liebevoll aufgemacht und mit reichlich Bonusmaterial aufgepeppt.

(7,5 – Armin Schäfer)

https://www.facebook.com/MalleusNWOBHM/


MESSIAH – Fatal Grotesque Symbols – Darken Universe (EP)
2020 (High Roller/Soulfood) – Stil: Death Metal

Nicht ganz zu Unrecht genießt das Debütalbum der Eidgenossen `Hymn To Abramelin´ (1986) in Metal-Kreisen mittlerweile Kultstatus (und wurde bereits mehrere Male neuaufgelegt), obwohl MESSIAH, trotz ihrer musikalischen Nähe, qualitativ nie die Klasse ihrer Landsleute von CELTIC FROST oder CORONER erreichten. Kleine Anekdote am Rande: Zum Song `The Dentist´ gab es damals eine Zahnbürste mit Band-Aufdruck als Promo-Gag. Vielleicht gibt es ja zum neuen, im Oktober erscheinenden Album, dann die Zahnpasta dazu. Spaß beiseite, diese EP dient quasi als Appetizer und Zwischenschritt bis zum nächsten Longplayer der reformierten Truppe.

Enthalten sind mit `Space Invaders´ vom Erstling und dem Titeltrack des Nachfolgers `Extreme Cold Weather´ (1987) zwei Neuaufnahmen älterer Stücke, sowie ein brandaktueller Song namens `Fatal Grotesque Symbols – Darken Universe´, die allesamt nicht auf dem kommenden Werk `Fracmont´ zu finden sein werden. In V.O. Pulvers (POLTERGEIST) „Little Creek Studios“ und unter dessen Fittichen aufgenommen, haben MESSIAH drei ordentliche Thrash/Death-Stücke eingezimmert, die Fans dieses Genres ein Lächeln aufs Gesicht zaubern dürften. Gutklassige, wenngleich auch nicht überragende Kost, die dennoch neugierig und Lust auf `Fracmont´ macht.

(Ohne Wertung – Armin Schäfer)

www.facebook.com/MESSIAHthrashingmadness


MOONLIGHT HAZE – Lunaris
2020 (Scarlet Records) – Symphonic Power Metal

Mädels und Metal…äääh ich meine natürlich Mädels im Metal – eine meiner erklärten Lieblingssünden. Und eine der schmerzhaftesten. Glaubt mir, manchmal ist man kurz vorm Verzweifeln vor lauter Candystick-Suckern oder/und Billigbombastbananen, umso schöner die Momente, wenn eine Band sich aufs Songwriting konzentriert und mit einer fähigen, eigenständigen Frontfrau namens Chiara Tricarico, virtuosem Gitarrenspiel als auch Keys und eigenen Ideen neben der üblichen Doublebasspower und den gewohnten Stilmerkmalen überzeugt. So tun es zumindest in meiner zufriedenen Welt MOONLIGHT HAZE und kratzen mit ihren packenden Melodien des Öfteren an der Königinnen-Liga von NIGHWISH – und zwar zu meiner Freude eher in der Floor- statt Tarja-Ära. Wobei musikalisch nicht die von mir geliebten ausufernden Soundtrack-Sinfonien und Experimente des finnischen Status Quo, sondern eher die straighten, auf den Punkt gespielten Hits früherer Tage vielen von euch möglicherweise besser gefallen. Doch auch wenn’s bombastisch wird, dann knallt es trotzdem herrlich metallisch. Mit ´Under Your Spell´ gibt’s eine HEART-Ballade dazu und von mir eine unbedingte Empfehlung an alle Fans dieser Richtung, welche oft enttäuscht darüber sind, dass der Power die Luft ausgeht bei zu viel Brimborium statt guten Songs.

Anspieltipps: ´The Rabbit Of The Moon´, ´Wish Upon A Scar´, ´The Dangerous Art Of Overthinking´

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/Moonlighthazeband


SHEZMU – À Travers Les Lambeaux
2020 (Krucyator Productions) – Stil: Black/Death Metal

Hervorgegangen aus der Asche verschiedener Extreme-Metal-Bands der kanadischen Underground-Szene, poltern die drei Holzfäller nunmehr seit 2016 gemeinsam unter dem Banner SHEZMU durch die Wälder und haben es immerhin schon auf mehrere Demo- und EP-Veröffentlichungen gebracht. Benannt nach dem alten ägyptischen Gott des Weines, Blutes und Schlachtens, säuft und metzgert sich das Trio auf seinem Longplaydebüt `À Travers Les Lambeaux´ mit äußerster Brachialität und Brutalität durch insgesamt sieben Kompositionen, die allesamt sehr gelungen ausgefallen sind.

Während der Opener und zugleich Titeltrack sowie das abschließende `Lex Talionis´ mit einer Spielzeit von weit über sieben und acht Minuten eher schwerfällig und im Doom-Tempo aus den Boxen kriechen, malträtieren Stücke wie die gerade mal knapp über zwei Minuten langen `Les Secrets Des Ziggourats´ und `L’Arrivée Des Temps Déchus´ die Gehörgänge in atemberaubender Geschwindigkeit. SHEZMU verstehen es geschickt, die verschiedensten Formen extremster Metal-Sounds unter einen Hut zu bringen und zudem noch mit einer apokalyptischen Atmosphäre zu unterlegen. Gewaltig, böse, GUT!!!

(7 Punkte – Armin Schäfer)

https://www.facebook.com/shezmudeath


THAO & THE GET DOWN STAY DOWN – Temple
2020 (Ribbon Music) – Stil: Avantgarde-Pop

Wer auf außergewöhnliche Pop-Diven wie DALBELLO oder TOYAH steht, sollte sich unbedingt Zeit nehmen für das fünfte Album der Band um Sängerin und Songwriterin Thao Nguyen, deren Coming Out einen Befreiungsschlag darstellt, der ihr auch erlaubt, ihre Musik so auszuleben, wie sie dies schon immer tun wollte. Dies entfaltet eine sorgenfrei losgelöste, locker-flockige Leichtigkeit, die zum Einen eine weniger sentimental Version von PORTISHEAD sein könnte, dann aber größtenteils lebenslustig losexperimentiert, als ob wir die musikalisch gereiften THE SLITS 5.0 hören würden, die damals als erste All-Girl-Band die enggesteckten Grenzen des Punk aufbrachen und eben diesen Avantgardismus lebten. Es findet sich neben ruhigen, introvertierten, träumerischen Momenten eine musikalische Kraft, für die besonders das Motorik-Beat-Stück ´How Could I´ steht, welches im Sinne von HUMPE & HUMPE den großen Conny Plank wohl hätte begeistern können.

Lasst auch ihr euch begeistern von einem der que(e)rsten Alben des Jahres, denn die heutige Zeit braucht aufgeschlossene, andere Musik und das ist gut so.

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/thaoandthegetdownstaydown


TRIGGER CUT – Buster
2019 (Independent) – Stil: Noise Rock

TRIGGER CUT sind ein Trio aus Süddeutschland und begeistern auch noch ein Jahr nach dem Release ihres Debüts ´Buster´ den Liebhaber des Noise Rock.

Die Männer wirbeln derart durch das stiltreue Gebälk, dass ihr Rock zwischen Art-Punk und Hardcore viele Facetten streift. Da sie in den Formationen BUZZ RODEO und MAJMOON bereits Erfahrungen sammeln konnten, haben wir es auch nicht mit einem echten Newcomer zu tun.

Ob 2020 oder 1998, die in Stuttgart und München beheimateten TRIGGER CUT besitzen die Power und die Versiertheit, Anhänger von SHELLAC, SLINT, THE JESUS LIZARD in den Bann zu ziehen.

That´s it!

(8 Punkte – Michael Haifl)

https://www.facebook.com/Trigger-Cut-742161089469022/


V/A Talking On The Telephone – Rock’n’Roll And Teen Pop
2020 (Bear Family Productions) – Stil: Rock’n’Roll

Vor drei Jahren gab es bereits heiße Gespräche mit „Hillbilly Music“ sowie „Blues, R&B And Gospel“, dieses Jahre lassen die Teen Popper und Rock’n’Roller über den heißen Draht hinweg alle Hemmungen fallen.

Auf einem Silberling gibt es ´Talking On The Telephone´ zu hören, vollgestopft mit 28 Songs von Rock & Roll- und Teen-Pop-Platten. Die Jugend der 1950er Jahre erkannte ihre Freiheit beim Telefonieren und die Musiker, diese zu besingen.

Bekannte Künstler, etwa Paul Anka, Chuck Berry, Carl Perkins, Johnny Burnette und Jerry Lee Lewis, sind hier ebenso anzutreffen wie seltene Sammlerstücke. Insbesondere der „Antwort-Song“ von Donna Damron zu The Big Boppers Song ´Chantilly Lace´. Der Song ´Bopper 486 009´ von Donna Damron war bereits aufgenommen, doch durch den Flugzeugabsturz am 3. Februar 1959 („The Day the Music Died“) nahe Clear Lake, Iowa, wurde der Release erst einmal gestoppt. An diesem Tag starben neben „The Big Bopper“ J. P. Richardson auch Buddy Holly und Ritchie Valens. Glück und Tragik liegen auch im Rock’n’Roll oft dicht beieinander.

Ruf‘ doch mal an.

(Michael Haifl)


V/A – Good Old Summertime – 33 Hot Sunny Gems For Your Summer Holidays
2020 (Bear Family Productions) – Stil: Rock’n’Roll

Extreme Hitze, der heißeste Sommer seit Menschengedenken … und ich sitze bei 19 Grad auf der drittgrößten Insel Deutschlands, schaue aufs Meer und genieße … den Sommer.

Aber die 33 Lieder aus dem Player versüßen auf über 78 Minuten zumindest alle etwaigen Gedanken an einen Sommer, wann auch immer der in diesen Tagen bei uns vorbeischauen sollte.

Mit Rock ’n’ Roll und Rhythm ’n’ Blues schmeckt das Kaltgetränk ohnehin besser, auch wenn der Ausblick auf die keinesfalls leicht bekleideten Mitmenschen reizender sein könnte. Die Mix-CD der „Bear Family“ sorgt jedenfalls für Unterhaltung und einiges Aufhorchen. Bekannte Namen sind The Del Vikings, Jerry Lee Lewis und Dean Martin, unbekannt dagegen Joey Weltz oder Lorrae Desmond.

´33 Hot Sunny Gems For Your Summer Holidays´ präsentiert Lieder aus den Jahre 1946 bis 1964, da dreht sich einiges an Juwelen beim Hörgenuss, etwa: Donny Baker packt den Klassiker ´Drinkin‘ Wine Spo-Dee-O-Dee´ aus, Edmundo Ros die Mambo-Version von ´Summertime´. Selten anzutreffen ist ´Her Bathing Suit Never Got Wet´ von den ANDREWS SISTERS oder ´Sun Glasses´ von THE SHADES. Man muss den Sommer nehmen, wie er aus den Boxen schallt.

(Michael Haifl)


WELICORUSS – Siberian Heathen Horde
2020 (El Puerto Records) – Stil: Symphonic Black Metal

Die „Drums Of Doom“ läuten es ein mit bedrohlich geflüsterten Worten, denen ein gar episches Soundgewand folgt: Der ´Spellcaster´ verbreitet seine symphonische Magie trotzend über der True-als auch Post-Black & Death-Gemeinde, die sich wutschnaubend in die finsteren nordischen Wälder oder die Dunkelheit des inneren Ichs flüchtet. Übrig bleibt eine Schar, der meinereiner angehört, welche DIMMU BORGIR immer am Besten fanden, wenn sie heimlich einen Bat Man-Soundtrack kreierten oder diejenigen, die Refrains von BORKNAGAR auch im Traum lauthals mitskandieren. Dann überrennt dich ´Siberian Heathen Horde´ mit einer bombastischen Gewalt, dass es eine wahre Pracht ist. Egal, ob etwas getragener, einen Gang zurückgeschaltet oder mit voller Horsepower über die Lande donnernd, diese durchgehend hochwertigen Hymnen lassen euch vor Freude erzittern und eröffnen einen neuen Horizont der dunklen Macht: Raue Männerchöre, Sirenen mit scharfen Zähnen und hässlich-hübschem Antlitz aus dem Hintergrund, gekonntes Heidengrowling als auch melodischer, jedoch unverwimpter Cleangesang, waffenstrotzende Orchester-Arrangements, natürlich Drumpower, Gitarrenschlachten und der Wind in eurem Haar – that’s Metal…powerful and black! Eine Naturgewalt.

Gehört ihr also zu den bekennenden CARACH ANGREN und LEMURIA Breitwandcineasten, ist dies euer neuer Lieblingsfilm in einer kinotechnisch flauen Zeit, also reitet Seite an Seite mit der sibirischen Heidenhorde! Außerdem sollte man schon aus Trotz gegen die ständig steigenden Märchenpreise mit diesem Vinyl – zu finden bis unter 16€ (!) – WELICORUSS unterstützen!

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/welicoruss


WOLFTOOTH – Valhalla
2020 (Ripple Music) – Stil: Classic Hardrock & Heavy Metal

Warriors of the world – holt die Schwerter raus, die Proto-Wikinger reiten wieder. Doom und True Metal waren gestern, wenn BLACK SABBATH zu Zeiten der NWoBHM auf MANOWAR treffen, dann heißt das in Fachjargon von nun an WOLFTOOTH. Wunderschöne Twin-Heldengitarren treffen auf dem zweiten Longplayer der bärtigen Männer aus Indiana im Kontext sagenumwobener Fantasy auf griffige Refrains und traditionellen Heavy Metal, der im Galopp über die Lande prescht und jeden Krieger mitzieht, der noch Ohren unter seinem Hörnerhelm sitzen hat. Irgendwie fühlt man sich sofort zu Hause, die Stücke klingen vertraut und setzen ohne irgendwelche Schnörkel auf die Basics der metallischen Grundbildung…und das ist im Falle von WOLFTOOTH einfach nur ehrlich und packend. An alle Waffengattungen wurde gedacht, das Vinyl erscheint über „Cursed Tongue Records“ und die Kassettenkämpfer spitzen ihre Bleistifte und werde von „Ice Age Records“ mit den legendären Bändern bedient.

Selten habe ich mir über Sinn, Zweck, Ursprung und Originalität weniger Gedanken machen müssen als bei diesen zehn geilen, natürlichen Headbangerhymnen, die einfach nur ins Schwarze treffen: Euer Metal Heart!

(Less Lessmeister)

www.facebook.com/wolftoothmetal


 

 

 


Endlich ist der Sommer da. Vergesst neben den
bei der Hitze zu konsumierenden Getränken nicht die Musik.
Rock on!
Michael und das gesamte Streetclip-Team

 


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