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OTTONE PESANTE – DoomooD

~ 2020 (code 666) – Stil: Brass Metal ~


Aus der „CHroniCa della Citta di FaenZa“ des Laien-Historiographen Wilhelmus IoHannus Cipedia: „Faenza … eine Stadt, gegründet von den alten Römern, von jeher bekannt für die kunstvolle Herstellung von Tonwaren (Fayencen) … 542 n. Chr. besiegt hier Totila die Truppen des byzantinischen Reiches von Justinian I. … 1164 fanden zu Ehren Friedrich Barbarossas eine Quintana (Reiterspiele ) statt … 1501 wird die Stadt durch Cesare Borgia besetzt …  1851 war die Geburt des Koponisten Giuseppe Gallignani … 2015 gründet sich die Band OTTONE PESANTE deren drittes Album ´DoomooD´ 2020 erscheint.“

Unbestätigtes Zitat von Ludwig van Beethoven: „Ich kann das schlecht hören. Kann man das mal lauter machen?“

Aus dem „Internationalen Lexikon der Blasmusik“: „OTTONE PESANTE, zu deutsch ´Schweres Messing´, sind die erste Band der Welt, die Heavy Metal mit Blasinstrumenten spielt. Das Trio besteht aus dem Trompeter Paolo Raineri, Francesco Bucci spielt Trombone und am Schlagzeug findet sich Beppe Mondini. In den bisher vier Jahren ihrer Existenz rissen sie die Grenzen ein zwischen Metal und Jazz, Brass und Avantgarde. Das ´DoomooD´ genannte dritte Album ist komponiert wie ein Palindrom. Es ist heavy, es ist exotisch, eine Reise in die Abgründe der Seele.“

Aus einer Schmähschrift des Chronisten der Nürnberger Meistersinger Sixtus Beckmesser: „Für meynen Teyl bedenke ych, solcherley Musyca yn heutyger Zeyt sey nycht notyg. Wer meynt, Musyca zu spyllen, welche sich Schweres Metall benennt, darf derzuhalben nycht Ynstrumente benützen, welche aus früheren Zeyten stammen. Darzu kommet, bey zehn Stucke Musyca sind nur dero drey, welche myt Gesang verzyehret seyen. Eyn Meystersänger darf sych also nycht gemeyn machen myt dehro schnöder Arten der Belustygung des gemeynen Volkes. Nur des Getrommels und des Geblaese entspräche einem Musycante ohne Lesen und Schreyben.“

Aus der Monatsschrift „Der Drogist“, umbenannt heute in „Apotheken-Umschau“: „In Zeiten grassierender Pestilenzien ist es Körper und Geist umso zuträglicher, sich mit guter Musik zu verwöhnen. Es beruhigt, lindert Hysterie und senkt den Blutdruck.“

Der hebräische Hobby-Posaunist Moses P.: „Diese Musiker wären uns einstmals vor Jericho eine wichtige Verstärkung gewesen. Schade, sie nicht getroffen haben zu können.“

Stefan Mross, Trompeter und Volksmusikstar: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich von der volkstümlichen Musik wechsle hin zu rockigen Tönen. Hat eine Metal-Band Interesse an einem talentierten Trompeter.“

Chefredakteur der Zeitschrift „Tüten & Töne“ Timo Fuchs in seinem Editorial: „Wir von Tüten & Töne sind ja schon immer unterwegs, unserer Leserschaft Dinge hoher Qualität zu empfehlen. Nachdem wir vor Jahren schon APOCALYPTICA entdeckt haben, die für ihre Art Heavy Metal statt Gitarren auf Celli zurückgreifen. Nun ist es soweit, ein neues musikalisches Steckenpferd zu reiten. Dieses heißt OTTONE PESANTE. Und wieder können wir den Verzicht auf Gitarren feiern. Es grummeln die Bässe in der Bauchgegend, wenn die drei Jungs loslegen. Voller Harmonie und Schönheit ist das von Sängerin Sara Bianchin veredelte ´Tentacles´. Silvo Sass schreit die Lungen leer bei zwei Stücken, ´Serpentine Sepentone´ und ´Strombacea´ denen er todesmetallische Schwingungen verleiht. Voller Einfachheit aber mit immenser Wirkung, zum Staunen bringt, wie lang Töne gehalten werden können. Nur aus einer solch alten Stadt wie Faenza kann eine Musik kommen, die Tradition und Moderne so zwingend vereint.“

Tony Eiommi, Musiker und Erfinder des Schwarzen Sonntags: „´DoomooD´, hier steckt zweimal Doom drin. Und ich darf bestätigen, es kommt meiner Auffassung von Doom Metal recht nahe. Ich würde mich über eine Einladung zum gemeinsamen Musizieren sehr freuen.“

Ein anonymer Kritiker bei streetclip.de: „Nach dem ersten Hören war ich schwer begeistert. Schwermetall aus Blechbläsern, das ist mir 8 von 10 Punkten wert.“

http://www.ottonepesante.it/

 


(VÖ: 17.04.2020)