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BLACKLYST – Liars, Killers And Master Thieves

~ 1991/2019 (Lost Realm Records) – Stil: Heavy Metal ~


Mark Schwenk und seine Bandmitglieder bedauern es selbstredend bis zum heutigen Tage, dass sie mit BLACKLYST nicht zu den Superstars des Musikbusiness aufgestiegen sind. Trotz außergewöhnlicher Voraussetzungen, großartige Instrumentalisten und mehrheitlich vorgetragene Gesangseinsätze, blieb der erhoffte Durchbruch aus.

Aurora, Illinois. Alles begann 1989 mit einem Telefonanruf von Gitarrist Marshall Neuendorf, der seinen High School-Kumpel und Bassisten Mark Schwenk zu Auditions bei seiner aktuellen Formation einlud. Gemeinsam spielten sie zuvor in der Band SABRE. Als Mark zu den Jungs stieß, zu Lead-Gitarrist Marshall, Rhythmus-Gitarrist Jimi Angel, Sänger Rick Wijs, den sie als Mischung aus Axl Rose und Brian Johnson anpriesen, und Schlagzeuger Scott Knopp, existierten BLACKLYST bereits zwei Jahre. Ihr erster gemeinsamer Auftritt ereignete sich vor 100 Leuten, nichtsdestoweniger arbeiteten die Jungs bereits mit Pyrotechnik. Doch wie der Lauf der Zeit und der Dinge ist: neue Mitglieder stießen hinzu und alte kamen wieder zurück. Mit dem endgültigen Line-up aus Rick Wijs, Jimi Angel, Mark Schwenk, Schlagzeuger Eric Wedow und Leadgitarrist Bob Luman nahmen sie 1991 ihr ultimatives Demo auf.

´Liars, Killers And Master Thieves´ erfährt aktuell eine Wiederveröffentlichung durch „Lost Realm Records“ zuzüglich drei vorhergehender Demo-Kompositionen. Die Produktion von ´Liars, Killers And Master Thieves´ ist für eine Demo-Produktion ausgesprochen gut. Wir schreiben schließlich auch das Jahr 1991. Dennoch klingt die Musik weit mehr nach 1984-1986.

 

 

BLACKLYST spielen erstklassigen Heavy Metal, der rein musikalisch der Entstehungsphase des US Power Metal, als dieser seinen Kinderschuhen entstieg, zugerechnet werden kann. Den Vergleich mit härteren Sleaze-Combos der Marke MÖTLEY CRÜE und GUNS N‘ ROSES nimmt der einzige balladeske Song namens ´The Street´ auf, musikalisch und gesanglich natürlich eine Stufe rauer. In der Summe sind BLACKLYST nicht ganz so heavy wie die gemeine US Power Metal-Combo, aber gleichwohl mit einer gehörigen Portion Druck im Kessel, schießen BLACKLYST ihre Songs ab. Als Vergleiche können die goldenen Zeiten von LIZZY BORDEN oder LEATHERWOLF angeführt werden, an deren Glanzzeiten sie natürlich mit einer Demo-Produktion nicht heranreichen können. Wer es unpoliert mag, ist hier mit Leib und Seele dabei.

Denn auch das Gitarrenduo von BLACKLYST darf als allererste Sahne bezeichnet werden. Hier werden noch klassische Riffs verbraten, und kein sinnloses Herumgeschrubbe präsentiert. Der Bass darf sich gern in den Vordergrund stellen, ehe die Gitarren das Solieren wieder übernehmen. Rick Wijs ist ein exquisiter Schreihals vor dem Herrn und die Stärken eines Backgroundgesangs zeigen die Herren allzeit fabelhaft auf.

BLACKLYST erhielten für ihr Vorzeigedemo ausgezeichnete Kritiken von der Presse, in Deutschland („Thunderbolt“-Magazin), Norwegen („Scream“) oder Japan. Als sich keine weiteren Möglichkeiten anboten, gingen sie mit Eric Wagner (TROUBLE) für einen Nachfolger ins Studio. Die Zusammenarbeit mit Wagner fruchtete jedoch nicht, da dieser ihnen seinen Stempel aufdrücken wollte. Zudem musste er die Aufnahmen für eine eigene Tournee unterbrechen. Die Produktion wurde nie fertiggestellt. 1993 zerbrachen BLACKLYST.

2017 trafen sich die Männer in Bob Luments Keller für ein privates Meeting, sie spielten mit Sänger Rick Baez (AMULANCE) ohne vorherige Probe ´Liars, Killers And Master Thieves´ einmal durch – zum Spaß und als Überraschung für Mark Schwenks Ehefrau.

(Big 8 Points)

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