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STREET KOMPASS April 2019

Hallo Freunde!

Auch wenn in diesen Stunden bereits unsere volle Konzentration beim Report des KEEP IT TRUE 2019 liegt, wollen wir Euch den KOMPASS für den April nicht vorenthalten. Einige Quickies sind daher auch in diesem Monat für Euch herausgesprungen.

Und jetzt zur Präsentation der Monatsherrlichkeit, unserem Album des Monats:

 


 

M o n a t s h e r r l i c h k e i t

 

„Revelations Of Oblivion“ von POSSESSED

 


Q u i c k – R e v i e w s


99 CRIMES – 99 Crimes
2019 (Perris Records) – Stil: Sleaze Rock

Wer in den Neunzigern sein Vergnügen mit Acts wie BON JOVI, CINDERELLA, POISON oder DANGEROUS TOYS hatte und noch heute gerne auf Hard Rock mit Glam-Schlagseite zurückgreift, sollte hier zugreifen.

Schon der Opener des Trios aus Austin in Texas, ´Devil In Your Dreams´, zeigt die Marschrichtung. Melodisch und geradeaus, ohne großes Bohei, dafür wippen die Füsse und nickt der Kopf. Ohne die weiteren Songs einzeln aufzuführen, ist jeder einzelne ein Garant für volle Tanzflächen – damals und vielleicht auch heute.

Um ehrlich zu sein, wer freut sich nicht manchmal zwischen all dem Gourmetfutter über ein schlichtes Schmalzbrot mit Schnittlauchröllchen und einem Bier dazu? Bodenständige Kost, die wirkt. Und ganz ohne Ballade.

(8 Punkte – Mario Wolski)


AXENSTAR – End Of All Hopes
2019 (RamItDown) – Stil: Power Metal

Die Schweden AXENSTAR machen es sich mit ihrem sechsten Langeisen auf den Stühlen zwischen Melodic, Power und Speed Metal bequem. Und der Hörer kann sich bei ihnen wohlfühlen.

Ordentliches Songwriting trifft auf fette Chöre – an den richtigen Stellen. Der Sound wird vom Keyboard nicht verwässert, sondern gesättigt. Der Gesang verbleibt in angenehmen Gefilden und wandert nicht unnötig in höchste Höhen.

Ein Kritikpunkt ist das etwas lieb- und lustlos tackernde Schlagwerk, vor allem in ´The Dark Age´, das doch sehr nach Konserve klingt. Und Reime wie „Fire – Desire – Higher“ oder „Eyes – Lies“ fallen auch mir negativ auf. Dennoch ist es eine überwiegend mehr als ordentliche Platte.

(7 Punkte – Mario Wolski)


CELLAR DARLING – The Spell
2019 (Nuclear Bast) – Female Fronted Dream Progmetal

Was auf den ersten Höreindruck nach einem neuen Lebenszeichen der wunderbaren Anneke van Giersbergen klingt, ist der Zweitling der drei Ex-ELUVEITIEs Anna, Ivo und Merlin, die sich über weite Strecken auf den schönsten Pfaden von THE GATHERING bewegen – des einstigen niederländischen Aushängeschilds gefühlvollen Metals mit Engelsgesang. Gerade Annas Stimme weist fast unheimliche Ähnlichkeiten zu Anneke in kleinsten Nuancen auf. Das musikalische Gesamtbild erhält jedoch durch einen riesigen Fundus an Ideen eine eigene Identität und eine Klasse, die durch den Einsatz von folkigen Instrumenten zusätzlich unterstrichen wird. Mal hart, mal zart und durchgehend Honig für die Ohren. Das Konzept des Albums wird durch das stimmige Artwork von Costin Chioreanu hervorgehoben. Ein aufregendes, spannendes Werk ganz nahe an der gefühlvollen Perfektion.

(8,5 zauberhafte Punkte aus dem Lieblingskeller des Less Leßmeister)


LETHAL VENDETTA – No Prisoners No Mercy
2018 (Independent) – Stil: Power Thrash

Da liefert man letztes Jahr eine Harke, die sich gewaschen hat und muss sich allgegenwärtig den mehrfach gehörten Jokus „LETHAL kenne ich, VENDETTA auch, aber zusammen?“ gefallen lassen. Doch mit ihrem, letzten Jahres erschienen Album sollten die Australier sich einen Namen machen können – bei allen HADES oder HELSTAR Gourmets, die die geballte Urkraft der Rifforgien des härteren US Metal vermissen. Sie lassen Erinnerungen an eine Zeit aufkommen, als pure Gewalt noch über technischer Finesse stand. Gesanglich bis auf die ganz irren Schreie an einen räudigen Bruder von Alan Tecchio erinnernd, schlägt uns ein Brett entgegen, welches teilweise auch beste SUICIDAL TENDENCIES- oder ANTHRAX-Laune versprüht. Doch gerade die groovenden Parts und die vokale Melodieführung bringen immer wieder den wohlklingenden HADES in meine geistige Akustikschnittstelle. Leider verlässt man sich über die Gesamtsprintstrecke zu sehr auf eine Wohlfühltonlage, ein paar mehr abwechslungsreiche Überraschungen hätten das I-Tüpfelchen oder den einen Punkt mehr holen können. Macht trotzdem einen Heidenspass und ich bekomme Bangepilepsie und gesteigerte ADHS-Phasen. Karin leidet.

(7,5 launige Punkte – Less Leßmeister)


LOST IN PAIN – Gold Hunters
2019 (Noiseworks Records) – Stil: Heavy Metal

Aus Luxemburg erreichen uns LOST IN PAIN. Schmerzen auslösen werden sie mit ihrer Mucke zwischen Power und Thrash Metal allerdings eher nicht. Vermutlich wären sie gern die nächsten METALLICA. Spielerisch sind sie da auch auf einem guten Weg. Man höre nur einmal die zweistimmigen Leads in ´Mining For Salvation`. Auch der Sänger kann mit seinem kraftvollen Organ beeindrucken.

Woran also hängt es?

Das Songwriting lässt so einige Wünsche offen. Zu viele Riffs und Melodien wirken wie tausend Mal kopiert. Das drängt die guten Ansätze in den Hintergrund und jegliche Spannung geht so verloren. Auch wenn hier schon das dritte Album vorliegt, es bleibt noch Hoffnung für die Zukunft. Möglicherweise können da die doch nicht so riesigen Mängel noch abgebaut werden.

(6,5 Punkte – Mario Wolski)


LOVEWAR – Lovewar
2019 (Roxx Records) – Stil: Modern Hard Rock

Zuerst sei eine Lanze für die Gleichberechtigung gebrochen. Wenn die einen über Satan, Teufel und Hölle singen, dann darf (und muss) es auch die andere Sicht der Dinge geben. Deren Themen sind dann Gott, Engel und der Himmel. Zu jenen gehören die Amerikaner LOVEWAR, die sich nach 25 Jahren wieder zusammenfanden, um ihr zweites Album einzutüten. Der Hase, der das Cover ziert, steht in der christlichen Bildsprache für die Auferstehung und das ewige Leben. Auferstanden mögen LOVEWAR sein, ob es für die Ewigkeit reicht, sei einmal dahingestellt.

Zu hören gibt es modernen Hard Rock. Die vermeintlich modernen Elemente stammen aus jener Zeit, als die RED HOT CHILI PEPPERS als neues Riesending durchs Dorf gejagt wurden. Dies ist nicht wirklich innovativ, aber alles gut und unterhaltsam in Szene gesetzt. Wer sich also mit melodischem Hard Rock zwischen EXTREME und MIKE TRAMP-Solo wohlfühlt, kann hier mal ein Ohr(hasen) riskieren.

(7 Punkte – Mario Wolski)


SATAN TAKES A HOLIDAY – A New Sensation
2019 (Despotz Records/Cargo) – Stil: Alternative Rock

Ein Trio aus Schweden, aus Skandinavien, ist immer die neueste Sensation, allein wenn es seine Akkorde im Griff hat.

SATAN TAKES A HOLIDAY – bereits zum fünften Mal – und nimmt die Kurve zum Rock’n’Roll über den Weg des Alternative Pop. ´A New Sensation´ ist beileibe mehr Indie Rock als Rotz Rock. Der Schweiß und die Muskeln des Rock entfalten sich nicht im Maße der BACKYARD BABIES oder GLUECIFER. Der Garagen, 60s und 70s Rock ergießt sich im gold angemalten Indie Look.

Fröhlich, spritzig, manchmal süffig flott. Mehr WHITES STRIPES und THE HIVES und weniger Post-HELLACOPTERS á la DUNDERTAGET.

(6,5 Punkte – Michael Haifl)

 


SPIRITS OF FIRE – Spirits Of Fire
2019 (Frontiers/Soulfood) – Stil: Heavy / Power Metal

Was erwarten wir, wenn wir folgende Namen als Bandmitglieder von SPIRITS OF FIRE hören: Tim „Ripper“ Owens (THE THREE TREMORS, ex-JUDAS PRIEST), Chris Caffery (SAVATAGE), Steve DiGiorgio (CHARRED WALLS OF THE DAMNED, SADUS, DEATH) und Mark Zonder (ex-FATES WARNING, WARLORD)?

Ein waschechtes Metal-Werk natürlich – und viel JUDAS PRIEST. Und genau das erhalten wir. PRIEST, PRIEST, PRIEST. Natürlich in der Spätachziger Variante. Dies alles unter der Ägide von Gitarrist Roy Z eingespielt, der auch den Mix des Albums erledigt hat.

Folglich liegt hier ein bestens produziertes Werk des Power Metal vor, das seine Kreise auch in der Shredder-Ära vollzogen haben könnte. Also schütten wir zum Soundgemisch noch etwas WARRIOR, RACER X sowie einen Tick SAVATAGE und METAL CHURCH hinzu – fertig ist das neueste Produkt aus dem Hause „Frontiers Records“.

(7 Punkte – Michael Haifl)


 

DOOM – Zugaben


WIZZERD – Wizzerd
2019 (Independent) – Stil: Doom

Nun ist es endlich komplett auf Bandcamp zu hören, das neue Meisterwerk vertonter DOOM-Kunst.

War das Vorgängeralbum der Band aus Montana, USA, schon ein Werk, das heraus stach, konnten sich WIZZERD nochmal steigern. Dass Doom von Riffs lebt, wisst ihr wohl, und hier gibt es sie zuhauf. Aufgenommen in den Black Magick Studios in KalispellMontana.

WIZZERD sind Jhalen Salazar (Gitarre, Gesang), James Ryan (Gitarre), Layne Matkovich (Bass) und Sam Moore (Drums).

Los jetzt, reinhören, gut finden und supporten.


BORT – The Unblinking Eye
2019 (Independent) – Stil: Stoner / Heavy Rock

Wer auf starke Melodien steht, sollte sich diese Veröffentlichung der Kanadier BORT aus Vancouver reinziehen.

Hier ist nichts glattgebügelt. Hard Rock, DOOM, Stoner und Psychedelic Rock Fans werden bestens bedient, können, nein, müssen hier reinhören.

(Thomas Wolff)

 


 

 

 

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