Lesen & SchwelgenVergessene Juwelen

SLAUGHTERED GRACE – Call This Planet….Slaughtered Grace

~ 1989 (Cyclopean Music) – Stil: Thrash Metal ~


Ende der Achtziger, Thrash Metal war leider aufgrund verschiedenster Umstände zum Untergang verdammt, gab es immer noch Mucker und Bands, die sich gegen den Untergang stemmten. Trotz der düsteren Zukunftsaussichten gab man sein Bestes und nahm dennoch potentielle Demos oder CDs auf. So auch SLAUGHTERED GRACE aus New Jersey, die mit `Call This Planet….Slaughtered Grace` einen feinen 6-Tracker auf dem kleinen Label Cyclopean Music veröffentlichten. Zuerst kam das Teil allerdings auf Kassette raus und im weiteren Verlauf des Jahres schließlich als Silberling. Das Artwork ist absolutes Untergrund-Thrash Metal-/ Punk-/ Hardcore-Klischee. Auf der Rückseite des vier-seitigen Booklets findet sich ein schwarz/weiß Bandfoto, das fünf Typen zeigt, wie sie damals eben in Metalbands aussahen.

Der Sound ist klar und sauber, könnte ein bisschen mehr Bass-Tuning vertragen, ist aber für eine Indie-Produktion, die wohl eher als Demo gedacht war, ansprechend.  Der durchweg recht schnelle Thrash Metal ist weniger anspruchsvoll, bewegt sich eher im technischen Mittelmaß der damaligen Zeit. Crossover-Einfluss ist hier und da auch zu vernehmen. Im letzten Drittel von `Twins Of Sin` sind MUCKY PUP unüberhörbar ein kurzer Einfluss. Ansonsten eine krachende Thrash Metal-Bombe mit über fünf Minuten Spielzeit. `Music For The Dead` ist eine galoppierende Nummer, die auch gut als treibend-schneller Power Metal durchgehen könnte. Schönes Instrumental-Geballer. Dafür gibt man Vollgas bei `I Don`t Want Your Millions` und kokettiert mit Achtziger-Hardcore-Einflüssen. ´Worldwide Suicide` ist ein Track, der Erinnerungen an D.R.I. zu `4 Of A Kind`-Zeiten weckt, mit MUCKY PUP-Tendenzen. Der letzte Track der MCD, `Disability`, hat gerade gesanglich AGNOSTIC FRONT-Parallelen. Ansonsten shreddert man vorbildlich thrashig, wie das Ende der Achtziger der Fall war. Ach ja, der Opener, schlicht nach dem Bandnamen betitelt, ist eigentlich als Opener ein positiver Fehlgriff, da er musikalisch in der ersten Hälfte des Stückes was ganz anderes suggeriert als das, was dann noch kommt. Der mit Abstand progressivste Track der CD und ein Song von dem man sich mehr auf der CD gewünscht hätte.

Dennoch, der 6-Tracker ist ein gutes Statement in Sachen hartem Geschnetzelten der End-Achtziger. Wer sich für den Stil begeistern kann, bekommt hier eine schöne Schnitte, insofern er das Teil findet. Genau das ist das eigentliche Problem.  Hier gehen fucking rar und gute musikalische Qualität ausnahmsweise mal Hand in Hand. Es. taucht sehr selten auf discogs auf und wenn für dreistellige Beträge. Da ist dann besagtes „happy hunting“ um den Zusatz „and good luck“ zu erweitern.