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T live?! Echt? Jetzt? 2019!

Thomas Thielen, in der Szene besser bekannt als nahezu unauffindbares Kürzel t, kommt nach 19 Jahren Studiotüftelei auf die Bühne. Nachdem Thomas Nußbaum an den Trommeln in Teil 1 (siehe hier) seine Sicht auf die Zusammenarbeit mit dem öffentlichkeitsscheuen Mastermind der deutschen Progszene kundgetan hat, kommt nun Yenz Strutz zu Wort.

Yenz ist hauptberuflich Frontman der Berliner Band CRYSTAL PALACE, die mit t die „Double Headliner Tour“ bestreitet, wollte sich aber nicht entgehen lassen, mit ins t-Universum einzutauchen. 


Tourdaten 2019:

22.3. Oberhausen, Zentrum Altenberg (Tickets hier)
4.4. Rüsselsheim, Das Rind (Tickets hier)
20.7. Loreley, Night of the Prog (Tickets hier)
30.8. Gladbeck, Droehnschuppen (17 Uhr!)
26.9. Bremen, Meisenfrei
28.9. Reichenbach, Bergkeller
4.10. Berlin, Die Wabe 2
22.11. Hannover, Chez Heinz
23.11. Trier, Tuchfabrik


T hatte stets betont, es sei unmöglich, seine Musik live angemessen darzubieten – Yenz sieht das pragmatischer. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

 

Der Double Headlining Veteran: Yenz Strutz, Bass

Alles begann im Frühjahr 2018: CRYSTAL PALACE spielten mit JADIS in Oberhausen. Wolfgang Stolt (Impuls Promotion), der uns bei diesem Auftritt ins Herz schloss, wollte uns später unbedingt nochmal ins Zentrum Altenberg bringen. Er überließ es sogar uns, mit wem wir die Bühne als Support teilen würden – ein seltenes Glück.

Ich kannte ts Musik durch unseren Drummer, Tom Ronney. Ich wusste auch, dass diese Musik live sehr aufwändig in Personal, Zeit, Geld umzusetzen wäre – und hatte gehört, dass Thomas selbst sie als „nicht realisierbar“ tituliert hat. Mir war aber noch in Erinnerung, dass es t in kleiner Form, als Akustik-Solo-Show, schon mal gab: 2 Hands, 1 Voice, 0 Samples war damals das Motto gewesen. So what, dachte ich…das könnte passen. Ich kann vom Bühnenrand schön zugucken und der Bühnenumbau ist ein Kinderspiel.

Denkste. Plötzlich wurde deutlich, dass da ein Monster gerade laufen lernt. Es rennt mittlerweile fast… Und so kamen wie im Märchen plötzlich ein Haufen verrückter Idealisten, teils voller Respekt vor der Herausforderung, teils voller Neugier, zu einem musikalischem Konvolut zusammen, das sich nur aus dem Internet kannte. Die Setlist hörte sich spannend an; ich ahnte allerdings schon, dass es auch leichter klang, als es dann sein würde. Ich habe bei CRYSTAL PALACE auch reichlich mit Gesang, Bass und Basspedalen und dem Umschalten von Presets, aber das hast du irgendwann im Blut. Bei jeder neuen Produktion gibt es neue Algorithmen, die sich in deine Großhirnrinde brennen. Aber diese Musik ist so detailliert und vielschichtig und nicht alles, was du zu hören glaubst, wird am Ende auch so simpel gespielt. Gerade die Melodien, die am einfachsten scheinen, sind bei t am Ende in absurd krummen Takten geschrieben!

Die Musik war mir schon immer sehr sympathisch. Vor allem, da ich wusste: Das hat EINE Person erschaffen. Für mich war t immer der Steven Wilson aus Niedersachsen. Und so wie Steven Wilson weiß auch t äußerst genau, was er will und was er nicht will. Fast jeder Ton hat eine Bedeutung, und t verteidigt diese Nuancen gegen Einmischung in das, was er „die Geschichte“ oder „die Dramaturgie“ nennt. Jedes Stück ist eben wirklich: sein Baby.

Wir proben einige Sets im Studio von CRYSTAL PALACE in Berlin. Wir nehmen unser InEar-Monitoring mit, da die meisten Shows ja beide Bands bestreiten. Damit bin dann wohl ICH der echte Doubleheadliner (lacht)…und Tom Ronney wird mit mir auch auf der Loreley dabei sein, als Techniker. Aber es wird eine tolle Sache, mit beiden Bands durch die Gegend zu ziehen. Für beide Seiten eröffnen sich Möglichkeiten, die sonst viel komplizierter wären. CRYSTAL PALACE konnten sich mit den letzten drei Alben (siehe hier oder hier) ganz gut in der Szene positionieren. Dazu kommt t mit seiner Mission Impossible, die das holländische Magazin iO-Pages „een sensatie van der bovensten Plank“ nannte – eine tolle Kombination, wie sich auch am unglaublichen öffentlichen Interesse zeigt.

Ich persönlich freue mich auch sehr darauf, mal wieder mit anderen Kollegen zu arbeiten. Es bringt mich musikalisch, das merke ich jetzt schon, enorm weiter. Ich habe eigentlich einen anderen Stil, Bass zu spielen, und die t-ifizierung ist nicht so einfach. Die Songs sind jeweils auf ihre ganz eigene Art eine Herausforderung. Da wir fünf Musiker aus verschiedenen Städten sind, habe ich die meiste Zeit in Berlin alleine geprobt.

Sehr hilfreich ist dabei, wie professionell t alles vorbereitet – Perfektionisten sind nicht immer nur nervig! Da gibt es detaillierte Notenblätter mit Kommentierung am Rand. Es gibt Videos mit Fingersätzen für schwierige Passagen. Es gibt Übungstracks, die das volle Arrangement
mit einem Klick abspielen, aber deinen Part auslassen, damit du die Lücke füllen kannst – so als würde die gesamte Band spielen. So kann es funktionieren, dass man auch mit wenigen Proben auskommt. Thomas hat das für die Eclipsed-Allstars ja ähnlich organisiert – und die hatten gar keine Proben und haben Songs wie ´The Cinema Show´ oder ´Fugazi´ auf die Bühne gebracht!

Aber ich bin mir auch sicher, dass sein Sound von den neuen Mitspielern profitieren wird. Es wird sicherlich anders, und das ist auch ganz normal. Es sollte sogar gewollt sein – schließlich sollen die Leute ja nicht zusammen in einer Halle hocken und die CD anhören, sondern etwas, das aus der Situation und den Gedanken der Musiker erwächst, jedes Mal neu und ein bisschen anders.

Ich kann auch verraten: Es wird ein paar Überraschungen geben. Und damit meine ich hoffentlich nicht einen kaputten Bass-Amp mitten im Set…


http://www.t-homeland.de/

https://www.facebook.com/ThomasThielenT