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OPEN BURN – Divine Intermission

2018 (No Remorse Records) – Stil: Power Metal


Ein äußerst glänzendes Debütalbum präsentieren die Amerikaner OPEN BURN. ´Divine Intermission´ ist eine der wenigen Schönheiten des wahren US Metal der laufenden Dekade. Aus den Ruinen der Ikone LETHAL wiederauferstanden, fanden Gitarrist Dell Hull, Bassist Glen Cook und Schlagzeuger Jerry Hartman in Eric W. Johns einen erstaunlich geeigneten Sangesbarden. Wie in früheren Jahrzehnten in Bezug auf Kassetten-Demos war bereits die vorab veröffentlichte EP von OPEN BURN auf einem Silberling nicht nur ein erster Vorgeschmack (Review siehe hier), sondern eine Zurschaustellung ihrer charakteristischen Qualitäten. Und wie in den angesprochenen Zeiten dürften auch heute Besitzer der EP leicht eingeschnappt sein, da alle fünf Songs, inklusive der Akustikversion einer enthaltenen Komposition, erneut auf dem Debütalbum anzutreffen sind. Wem OPEN BURN jedoch bislang entgangen sind, der leckt sich alle Finger nach den acht Songs der Extraklasse plus der erwähnten Akustikversion. Eingeweihte sind natürlich ebenfalls von den weiteren vier frischen Liedern überwältigt und stellen umgehend das Debütalbum in den Schrank der Schätze.

Denn höchstwahrscheinlich erscheint nicht mehr gar so schnell solch ein Schätzchen, das nicht nur die Anhänger von LETHAL, QUEENSRYCHE und FATES WARNING einfängt, sondern bisweilen von Härte und Stimmfarbe diejenigen von METAL CHURCH ebenfalls verführt. Verantwortlich hierfür sind die wundervollen Melodielinien eines ´Drawing Lines´, mit einer energisch bewegenden Rhythmussektion im Hintergrund, und die durchschlagenden Kräfte eines ´Mary’s Lament´, in denen ebenso ein Mike Howe aufblühen würde. Ganz gleich ob halbballadesk in ´Seven Orchids´ oder eher besonnen, OPEN BURN geben durchgehend eine erstaunlich erhabene Figur ab. Und ´Statues´ ist noch immer der schönste Song seit den Anfangstagen von JACOBS DREAM, ´Dissection Lullaby´ dagegen die latent progressive Ausrichtung mit kraftvoller Wucht.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/openburn/