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RICHIE SAMBORA + ORIANTHI – Radio Free America

2018 (BMG) – Stil: Rock


Seit 2014 sind die gebürtige Australierin Orianthi Panagaris und der 26 Jahre ältere US-Amerikaner Richie Sambora ein Paar.

Carlos Santana entdeckte Orianthi. Sie spielte mit Prince, bei Eric Claptons Crossroads-Festival und stand auf der Bühne mit der Alice Cooper Band. Bis 2014. Seither hat die Liebe beide Gitarristen nicht nur privat zusammen geführt, sondern auch beruflich. Das Ergebnis ist ´Radio Free America´.

Von Bob Rock produziert, schenken uns RSO ein buntes Rocksammelsurium. Das Ergebnis ist nicht gar so exaltiert wie Werke von DALBELLO und nicht gar so Melodien-verliebt wie solche von ROXETTE. Den Weg in den Pop Rock sucht es dennoch fortwährend. Eine Hilfe im Songwriting war den beiden natürlich ihr Produzent, der weiß, wie Kompositionen am griffigsten im Ohr landen. Dieses eingeschweißte Team weist den populären Weg sogleich im Opener ´Making History´, allein die Solo-Ausflüge des Paares sorgen für instrumentale Ergiebigkeit, der zehnsekündige Abgang weckt den Rock von AC/DC. Doch Keyboards und moderner Beat zeigen die tatsächlich gewählte Ausrichtung in ´We Are Magic´ – mit wunderbar langgezogenen Melodiebögen. Orianthi singt zum poppigen Beat von ´Masterpiece´, Richie seine allein komponierte Ballade ´Forever All The Way´. Die Mischung zwischen Joan Jett bei ´Rise´ und Power Rock im Sinne von BON JOVI zu ´I Don’t Want To Have To Need You´ zeigt die andere Seite der ´Radio Free America´-Medaille. Erstklassige Akustikgitarrensongs á la ´Walk With Me´ oder die flockige Sunshine-Nummer ´Good Times´ gehören ebenfalls zum Repertoire wie das Hit-verdächtige ´Truth´ und die Coverversion ´I Got You Babe´, dereinst 1965 von Sonny Bono geschrieben, sowie ´Hellbound Train´ von SAVOY BROWN aus 1972.

(7 Punkte)