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HEKZ – Invicta

2018 (BMH Audio/Just For Kicks) – Stil: Hardrock / Progmetal


Es ist bisweilen äußerst wohltuend, wenn sich ein Werk nicht auf eine definitive Stilistik festlegen mag. Die Briten HEKZ schwenken auf ´Invicta´ gar zwischen melodischem Hardrock und Progmetal hin und her, ohne sich in sinnlosen Instrumentalabfahrten selbst zu beweihräuchern. Denn das Stilmittel der Progressivität ist natürlich grundsätzlich genau ihr Metier.

Die Originalität bleibt dagegen etwas auf der Strecke, die angetäuschten Querverweise zu DREAM THEATER im eröffnenden ´Quetzlcoatl´ erweisen sich jedoch glücklicherweise umgehend als Trugschluss der Schnuppernase. Verwandtschaften aus dieser Richtung, oder hinsichtlich weit metallischerer Natur, bleiben außen vor. Vielmehr beweisen die beiden Hit-Aspiranten ´For Our Lives´ und ´Pariah´, unter Einbezug von neo-klassischen Tendenzen, dass die Mannschaft aus Bedfordshire gerne in ihren jungen Jahren reichlich KANSAS genossen hat. Dabei lebt sich die AOR-Ader genauso in ´Trecena´ bezaubernd aus. Überdies singt Matt Young gelegentlich, nicht nur in der finalen Ballade ´Victorious´, gerne theatralisch und obendrein in lieblichsten Hochtonlagen. So beweist es ´The Light Fantastic´. Vielfach schaut ein US amerikanischen Einfluss hervor, der in ´Ultimatum´ an MAGELLAN gemahnt. Die sanfte Atmosphäre des Prog Rock verbreitet hingegen das ausschweifend lange ´Line in The Sand´. Eine Gitarre in Anlehnung zu Tore Østby ertönt in ´To The Lines´, obwohl sich hier die Einflüsse anderer Größen von RAINBOW und im weiteren Lauf von DEEP PURPLE im Songwriting bemerkbar machen. Die sprichwörtliche Essenz beschert letztlich ´The Devil’s Coin´, vollgestopft mit liebreizenden Einschlägen in ein fünfzehnminütiges Soundgeschöpf.

´Invicta´ ist ein ersprießlicher Exkurs für progmetallische Geister, die in den Neunzigern musikalisch durch dieser Richtung frisch justiert wurden.

(8 Punkte)