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ASTRID SWAN – Spartan Picnic

2008 (Pyramid) – Stil: Art Pop


Im Januar 2014 erhielt die Finnin Astrid Swan die Diagnose Brustkrebs. Die dramatischen Verlautbarungen der Klatschpresse im Nachgang zur Bekanntgabe konnte sie nicht nachvollziehen, sie lebt schlichtweg weiter und widmet sich ihrer Musik. 2017 veröffentlichte sie auch ihr bislang letztes Album ´From The Bed And Beyond´, abermals gespickt mit Art Pop. Zuvor wandelte sie aber auch auf den Spuren des Lo-Fi-Poprock. Mehr als nur aufhorchen ließ 2008 dagegen ihr zweites Album ´Spartan Picnic´. Vor genau zehn Jahren verzauberte die Künstlerin, die 1982 als Astrid Joutseno zur Welt kam, auf diesem Werk mit einem Singer-/Songwriter-Stoff, der die Indie-Welt als auch die Hörerschaft des Art Pop begeisterte.

Denn Astrid Swan ist eine Songwriterin par excellence, ganz in der Tradition zu Regine Spektor oder unumwunden in der Nähe von Tori Amos und Kate Bush. Kein Wunder, begann sie mit sechs Jahren Klavier zu spielen, hatte ihre erste Band FLUFF mit 15 und sang jahrelang für TREEBALL die Background-Gesänge. Glücklicherweise entschied sich Astrid Swan ihre eigene Musik zu komponieren und zu veröffentlichen. Denn ihre Musik ist im Gegensatz zu vielen weiblichen Singer-/Songwriterinnen aggressiver, kraftvoller und besitzt einen eigenen Charakter. Sie besitzt Biss und die nötige Portion Bestimmtheit, ist aufsässig.

Jegliche Vergleiche zerstört bereits der Opener, der Titelsong ´Spartan Picnic´, zwischen dramatisch tobenden und fröhlich anklingenden Tastenanschlägen. Klappernd entfaltet sich die Schönheit von ´Stomach´ und zieht einen Streif hinter sich her. Kräftige Finger begleiten auch die beschwingte Unterhaltung der Kategorie ´As Long As It’s Not You´ und tiefergehende Emotionen von ´For Those Who Drown´ oder die Clavinet-Begleitung in ´Kinda Joke´. In ´This Could Be Mother’s Milk´ schmettert Astrid Swan zu Geigen herrlich exaltiert „Tooth-to-to-to-to-Toothache“ und gibt den Breitwand-Sound in ´What Does The Pink Mean´ gänzlich preis. Letztlich völlig eins mit dem eigenen Übermut, das Klavierstück ´Come Slowly Home´ und die aufklärenden Befreiung ´Who’s Gonna Hold You´.

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