Redebedarf

LAZULI

Interview mit Dominique Leonetti


 Die französischen Artrocker LAZULI kredenzen ein neues Album namens ´Saison 8´, Anlass genug für uns, ein nettes Gespräch mit Sänger Dominique Leonetti zu führen. Wer möchte, kann es am Ende des Artikels im Original französischen Wortlaut lesen:

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Album! Wie schafft Ihr es, uns alle zwei Jahre ein Album mit frischen Songs zu präsentieren?

Ich danke dir!!!

Ein Album zu schreiben erfordert viel Energie und nach jeder Aufnahme sagen wir uns aufs Neue, dass wir uns vor dem nächsten mehr Zeit nehmen sollten. Aber jedes Mal drängt mich das Bedürfnis zu schreiben, Dinge zu sagen und das löste das unbändige Verlangen aus, sie auch aufzunehmen. Wir haben das unglaubliche Glück, dass wir genug Zuhörer haben und unsere Musik mit ihnen teilen können, was wir sehr genießen. Ich habe jedoch immer Angst, dass all dies über Nacht aufhört, Zeit ist kostbar, wir genießen die Gegenwart. Wir legen keine zwei Jahre zwischen den Alben fest, es sind die Songs, die uns dazu nötigen…und es ist wahrscheinlich diese beunruhigende Welt, die uns das Rohmaterial liefert, um sie zu schreiben – nicht wir selbst.

Oder seid Ihr einfach ein eingespieltes Team, weil das Line-Up seit fast sieben Jahren konstant ist?

Es ist wahr, dass wir ein eingespieltes Team sind, aber das könnte auch eine Bremse sein! Wie ein langweiliges altes Ehepaar. Glücklicherweise sind wir eher wie jene alten Paare, die immer noch verliebt sind, einander auswendig kennen und gleichzeitig immer etwas Neues am Anderen entdecken und sich gegenseitig stets bewundern.

Vier Alben und zwei DVDs in sieben Jahren! Es ist wahr, das ist eine Menge! Ich habe das gar nicht bemerkt!!! Wegen dieser Frage bin ich jetzt müde 😀

Wir machen alles selbst, jeder Schritt wird von einem von uns erdacht und kreiert, vom Schreiben bis zur Aufnahme, vom Mastering bis zum Cover … Es ist eine Menge Ärger, Qual, aber auch viel Glück, Befriedigung und ein Ventil für unsere Ängste. Es ist jedes Mal ein neues Abenteuer.

Bist Du das neue Album wie üblich angegangen oder hast du Änderungen beim Komponieren oder Produzieren vorgenommen?

Was üblich ist, ist die Aufregung, die uns entzündet, wenn wir ein neues Projekt angreifen und immer die gleichen Zweifel, die uns überfallen, sobald die Aufregung vorbei ist. Plötzlich treibt uns dieser Zweifel dazu, uns selbst zu übertreffen, noch tiefer in uns selbst zu blicken.

Unsere übliche „Methode“: Ich schreibe die Lieder alleine, dann arbeiten wir mit Ged und Claude an den ersten Ideen und Ihrer Fassung, dann nehmen Vincent und Romain das Ganze in Augenschein. Das Arbeiten in mehreren Stufen mit der Sensibilität jedes einzelnen macht es möglich, die Richtung mit etwas mehr Abstand zu wählen. Trotz all unserer Gewohnheiten bietet jeder Song eine Menge Überraschungen oder Fallstricke und stellt die Gewissheiten auf den Kopf. Es ist gleichzeitig beunruhigend, erschreckend und aufregend.

Was ist Deiner Meinung nach anders als auf dem Vorgänger, gibt es Innovationen?

Es ist schwierig für mich, diese Analyse durchzuführen. Du könntest besser darüber sprechen als ich 😉 Ich habe den Eindruck, dass dieses Album intimer ist als seine Vorgänger. Es gibt auch neue Themen in den Texten, neue Atmosphären. Es gibt Innovationen, ja, aber sie sind manchmal subtil, in den Harmonien, in den Möglichkeiten, Rhythmen zu platzieren, in den Stimmungen, in der Arbeit an den Klänge der Gitarren oder der Léode … Natürlich ist die Farbe von LAZULI sehr präsent, aber wir sind immer auf der Suche nach neuen Empfindungen.

Es scheint mir, dass das Album eine echte Teamleistung ist. Niemand sticht heraus.

Vielleicht sind wir gelassener! Jeder stellt sich in den Dienst der Songs, vielleicht sogar mehr als zuvor. Es ist eine große Chance, mit so wunderbaren Menschen wie Ged, Clo, Vincent und Romain arbeiten können. Es gibt keine Ego-Probleme, nur den Willen, etwas gemeinsam zu erschaffen.

In früheren Alben sind die Léode und die Vocals regelrecht „explodiert“, diesmal ist das anders, oder was denkst Du?

Ich habe mehr und mehr Lust, mit weniger „Klangkraft“ zu singen; je lauter wir sprechen, desto weniger verschaffen wir uns Gehör, nicht wahr? Wenn man die ersten Alben von LAZULI anhört, erkennt man, dass ich mich in den Vordergrund dränge, um mir Gehör zu verschaffen. Dies ist zweifellos auch bei Claude und seiner Léode der Fall. Es gab mehr Noten als nötig. Wir hatten so viel Spaß, unseren Platz einzunehmen, als ihn einem anderen zu überlassen.

Vielleicht haben wir uns nun nichts mehr zu beweisen, das ist zweifellos der Vorteil des Alters 😉

Für mich wirkt die Atmosphäre sehr dicht und intensiv. Hast Du das diesmal besonders beachtet?

Die Übersetzung eigener Emotionen ist schwer zu erreichen, das ist unsere Herausforderung seit langer Zeit. Wir suchen nie nur nach Stilübungen. Wir streben danach, dass unsere Gefühle eins mit unseren Klängen und unseren Worten sind. Vielleicht kommen wir dort besser und besser hin? Wir haben dem diesmal nicht mehr Aufmerksamkeit als bei den vorherigen Alben geschenkt, aber ohne Zweifel gelingt es uns, mit mehr Leichtigkeit, Instinkt und Hingabe als früher in unser Universum einzutauchen.

Wie ist die „Verpackung“ diesmal gestaltet? Wie sieht das Cover-Artwork aus?

Es ist wieder ein Digipak (wir mögen Plastik nicht 😉

Alle Abbildungen sind mit Herbstfarben in einem 20-seitigen Booklet. Ich liebe es, an Bildern zu arbeiten, ich denke, es ist die Kontinuität von Text und Musik! Dieses Album ist wie Herbst und Winter, melancholisch, dunkel, auf einen Frühling wartend. Es heißt „Saison 8“ (Staffel 8), weil es unser achtes Album ist, wie die achte Staffel einer TV-Serie. Auf dem Cover ist einfach eine 8, aber ich sehe diese 8 als Embryo oder als Zellmitose. Eine Art Zellteilung, wie ein Teil von uns, der uns verlässt, um sein eigenes Leben zu leben. Aber ich habe vielleicht zu viel Phantasie 😉

Hast du jemals darüber nachgedacht, … … ich hoffe es nicht … auf Englisch zu singen?

Danke für dein „Ich hoffe nicht“! Wir bekommen viel Druck, das zu tun, ich höre regelmäßig „Du solltest auf Englisch singen“ von einigen Profis der Musikwelt und von Plattenfirmen … Vielleicht werden wir es eines Tages ausnahmsweise für ein Lied tun, warum nicht, aber warum nicht auch auf Italienisch oder Deutsch … Texte sind sehr wichtig für uns, sie sind der Auslöser und um ganz nahe an meinen Gefühlen zu sein, kann ich nur in meiner Muttersprache schreiben. Und außerdem würde es genügen, nur einmal meinen englischen Akzent zu hören, um aufzuhören, mir diese Frage zu stellen 😀

Ich kehre mal gedanklich wieder zu den Profis der Musikwelt zurück; sie wollen, dass die Bands in Schubladen, Stereotypen passen; Englisch zu singen, Moden zu folgen, Arbeitsanleitungen zu verwenden, um einer maximalen Anzahl von Leuten zu gefallen … Ich denke, dass sie die Hörer für Idioten halten! Ich weiß genau, dass die Leute mich verstehen, auch wenn ich nicht in ihrer Sprache singe, es gibt universelle Empfindungen, die weit über Worte hinausgehen.

Gibt es Pläne für Live-Auftritte?

Wir werden im April für ein Dutzend Konzerte in Deutschland sein. Es wird auch Termine in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Italien, Frankreich geben…. Eine Tour in Großbritannien im September … 2018 verspricht voller Abenteuer zu sein…

 

 

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Félicitations pour le nouvel album! Comment arrivez-vous à présenter un nouvel album avec de nouvelles chansons tous les deux ans?

Merci beaucoup!!!

Ecrire un album demande beaucoup d’énergie et après chaque dernier enregistrement, nous nous disons que nous prendrons d’avantage de temps avant le prochain. Mais à chaque fois, le besoin de dire des choses me pousse à écrire et nous donne l’envie irrépressible de les enregistrer. Nous avons la chance incroyable d’avoir des auditeurs et de pouvoir partager notre musique, nous en profitons au maximum. J’ai toujours peur que tout s’arrête du jour au lendemain et comme si le temps était compté nous profitons du temps présent. Nous ne nous imposons pas deux années entre deux albums, ce sont les chansons qui s’imposent à nous… et c’est sans doute ce monde déconcertant qui nous donne la matière de les écrire, malgré nous.

Ou êtes-vous simplement une équipe parfaitement rodée, puisque la programmation est constante depuis près de sept ans?

C’est vrai que l’équipe est parfaitement rodée mais cela pourrait être aussi un frein ! Comme un vieux couple terne. Heureusement, nous sommes d’avantage comme ces vieux couples toujours amoureux, se connaissant par cœur mais en même temps, découvrant toujours un petit truc nouveau chez l’autre et restant toujours admiratifs l’un de l’autre.

4 albums et 2 DVDs en 7 ans ! C’est vrai c’est beaucoup ! Je ne m’en étais pas aperçu !!! A cause de cette question, je me sens fatigué 😀

Nous faisons tout nous même, chaque étape est conçue et crée par l’un d’entre nous, de l’écriture à l’enregistrement, du mastering à la pochette… C’est beaucoup de tracas, de tourments mais aussi énormément de bonheur, de satisfaction et d’exutoire à nos angoisses. A chaque fois une aventure nouvelle.

Avez-vous approché le nouvel album comme vous le faites habituellement, ou avez-vous fait des changements dans la composition ou la production?

Ce qui est habituel, c’est l’excitation qui nous enflamme quand nous attaquons un nouveau projet et toujours ce même doute qui nous assaille dès que l’excitation est passée. Du coup, ce doute nous pousse à nous dépasser, à chercher encore plus au fond de nous même.

Une « méthode » s’impose depuis toujours ; j’écris les chansons en solitaire, puis nous travaillons sur les premières idées de mises en formes avec Ged et Claude, puis Vincent et Romain portent ensuite leurs regards. Travailler en plusieurs étapes avec les sensibilités de chacun, permet de faire des choix de direction avec un peu plus de recul. Malgré toutes nos habitudes, chaque chanson offre son lot de surprises ou d’embuches et remettent en cause les certitudes. C’est à la fois déconcertant, terrorisant et passionnant.

Que pensez-vous qu’il soit différent par rapport au prédécesseur, y at-il des innovations?

Il est difficile pour moi d’avoir cette analyse. Vous pourriez en parler mieux que moi 😉 J’ai quand même l’impression que cet album est plus intimiste que ses prédécesseurs. Il y a aussi de nouveaux thèmes abordés dans les paroles, de nouvelles atmosphères. Il y a des innovations mais elles sont parfois subtiles, dans les harmonies, dans les façons de se placer rythmiquement, dans les ambiances, dans le travail des sons des guitares ou de la Léode… Bien sur, la couleur de Lazuli est très présente mais en même temps nous cherchons toujours de nouvelles sensations.

Il me semble que l’album est une vraie performance d’équipe. Personne ne se démarque.

Peut-être sommes nous plus sereins ! Tout le monde s’est mis au service des chansons, peut-être encore plus qu’auparavant. C’est une grande chance que j’ai de travailler avec de belles personnes comme Ged, Clo, Vincent et Romain. Il n’y a pas de problèmes d’ego, juste la volonté de construire quelque chose en commun.

Dans les disques précédents, la Léode et le chant ont souvent explosé, cette fois c’est différent, ou que penses-tu?

J’ai de plus en plus envie de chanter avec moins de « puissance » ; plus on parle fort, moins on se fait entendre, n’est-ce pas ? Quand on écoute les premiers albums de Lazuli, on se rend compte que je m’égosille pour me faire entendre. C’est sans doute le cas aussi pour Claude avec sa Léode ; Il y avait plus de notes que nécessaires. Nous avons autant de plaisir à prendre notre place, qu’à en laisser une à l’autre.

Peut-être n’avons nous plus rien à nous prouver à nous même, c’est sans doute le bénéfice de l’âge 😉

Pour moi, l’atmosphère semble très dense et intense. Y avez-vous porté une attention particulière cette fois?

La traduction de ses émotions est difficile à réaliser, c’est notre quête depuis longtemps. Nous ne cherchons jamais l’exercice de style. Nous nous évertuons à ce que nos sentiments fassent corps avec nos notes et nos mots. Peut-être y arrivons nous de mieux en mieux ?! Il n’y a pas eu d’attention particulière cette fois, pas plus que pour les précédents albums mais sans doute arrivons nous à nous immerger dans nos univers avec plus de facilité, d’instinct et d’abandon qu’auparavant.

Comment l’emballage est-il conçu cette fois? À quoi ressemble l’illustration de couverture?

C’est une fois encore un digipack (nous n’aimons pas le plastique 😉

Toutes les illustrations sont dans des couleurs automnales dans un livret de 20 pages. J’adore travailler les images ! Cet album est comme un automne et un hiver qui attendent un printemps. Il s’appelle « saison 8 », par ce qu’il est notre huitième album, un peu comme la huitième saison d’une série télé. Sur la couverture il y a tout simplement un 8 mais pour ma part, je vois ce 8 comme un embryon ou comme la mitose d’une cellule. Une sorte de division cellulaire, comme un morceau de nous qui nous quitte pour faire sa propre vie. Mais j’ai peut-être trop d’imagination 😉

Avez-vous déjà pensé à chanter en anglais? (J’espère que non)

Merci pour ce « j’espère que non » entre parenthèse !!! Nous avons beaucoup de pression pour faire cela, j’entends régulièrement « tu devrais chanter en Anglais » de la part de certains tourneurs, de certaines maisons de disque… Peut-être le ferons nous un jour exceptionnellement pour une chanson, pourquoi pas, mais pourquoi pas aussi en Italien ou en Allemand… Pour être au plus proche de mes sentiments, je ne peux qu’écrire dans ma langue maternelle. Les textes sont très importants pour nous, ils sont le déclencheur. Et par ailleurs, il suffirait d’entendre mon accent Anglais pour arrêter de me poser cette question 😀

Beaucoup de professionnel du monde de la musique veulent que les groupes rentrent dans des cases, des stéréotypes ; chanter en Anglais, se fondre aux modes, utiliser les recettes qui fonctionnent pour plaire à un maximum de gens… je crois qu’il prennent les auditeurs pour des idiots ! Je sais pertinemment que les gens me comprennent même si je ne chante pas dans leur langue, il y a des sensations universelles qui vont bien au delà des mots.

Y a-t-il des plans pour des spectacles en direct?

Nous serons en Allemagne au mois d’avril pour une dizaine de concerts. Il y aura également des dates aux Pays-Bas, en Belgique, en Suisse, en Italie, en France…. Une tournée au Royaume Uni à la rentrée… 2018 s’annonce pleine d’aventures…

https://www.facebook.com/Groupe.LAZULI/
http://www.lazuli-music.com/

 

 


Von: Michael Haifl, Übersetzung U.Violet
Pics: Band or as indicated

 

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