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CHEVALIER – A Call To Arms

2017 (Forgotten Wisdom Productions) – Stil: Medieval Speed Metal


Im finnischen Winter 2016/2017 trommelt Gitarrist Tommi eine neue Truppe zusammen, um neben DEMON´S GATE eine weitere der unzähligen, skandinavischen Bands ins Leben zu rufen. DEMON´S GATE-Gitarrero Mikka ist ebenso wie Drummer Joel und Bassist Sebastian Bergman (DECAYING, STEEL MACHINE) in den tiefen Proberaumkatakomben anwesend. Ihr Vorhaben: Speed Metal.

Aber Speed Metal, der keinesfalls gleichförmig traditionell und eingängig klingen soll, sondern in seiner rauen Urform weder betont melodisch, noch mit sauberem und klarem Gesang ausgestattet sein darf. Passend hierzu müssen teuflische Gitarrenriffs auf den beiden Brettern heruntergezockt werden. Die Lead-Gitarre von Tommi gibt hierzu einige interessante Noten her und das auf sechs Songs im Kassetten-Format oder silbernen Rundling.

Als Sängerin ist Emma Grönqvist auserwählt, da sie ohnehin zu jener Zeit Gesangsunterricht nahm, obwohl der ihrer Stimmkunst bislang nicht übertrieben förderlich war. Die Frau mit Fellmütze, derweil der Rest der Besetzung gerne mit Vokuhila posiert, zeigt zumindest einige hörenswerte hohe Schreie, und dies war natürlich auch das Ziel ihrer Verpflichtung. Somit klingen CHEVALIER zweifellos in einem gewollt unheimlichen Tonfall nach Medieval Speed Metal. Die Musik ist glatt eine Mischung aus französischem Speed Metal der Marke ADX und US-amerikanischem Power Metal von OMEN. Ein ausgefallener und würdiger Einstand im Underground, bei dem die kritikwürdige Produktion aus den eigenen Katakomben nicht zu überhören ist.

(6,5 Punkte)

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