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EMERALD – Reckoning Day

2017 (Pure Steel Records) – Stil: Heavy / Power Metal


Up the irons in the land of the free! Wilhelm Tells Erben EMERALD haben auch diesmal den Apfel nicht verfehlt. Nein, ihr siebtes Geschoss trifft den geneigten Powermetaller wieder direkt zwischen die Ohren, eigenständiger und MAIDEN-minimierter (bis auf Eddies Bruder vom Bundesgericht auf dem Cover) als zuvor.

Als loser Orientierungspunkt sei bei den Schweizern für alle Neueinsteiger GAMMA RAY genannt – nicht zuletzt wegen der zweiten Hälfte des Albums, welche ein zusammenhängendes Konzeptwerk darstellt, das freudige Erinnerungen an die epischere Seite des deutschen Flaggschiffs in abwechslungsreichen Uptempo-Songs wachruft. Mit stimmungsvollen Zwischenparts angereichert, die zu einem solchen Opus dazugehören, gipfelt der musikalische Konflikt mit den Burgundern in dem großen Finale ‚Signum Dei‘, bei dem der neue Vokalakrobat Mace Mitchell eindrucksvoll zeigt, dass er auch in den tieferen Lagen ein sehr sonores Organ hat.

Aus einem hervorragenden Sängerpool konnten EMERALD schon immer schöpfen. Diesmal gibt der grandiose George Call (ASKA, BANSHEE, kommende CLOVEN HOOF und weitere Projekte) – der bereits auf dem Vorgänger ‚Unleashed‘ den Song ‚Eye Of The Serpent‘ veredelte – seinen Ein-und Ausstand bei drei Songs aus der gemeinsamen Schaffensphase (deshalb unbedingt die Limited Edition bevorzugen, welche einen Bonustrack mit George enthält), die aufgrund Entfernung und Terminen zum Leidwesen aller Dickinson-Jünger leider beendet wurde. Wer den Amerikaner 2010 mit Omen beim KIT gesehen und hinterher wie ich von einer goldenen Zukunft der Legende geträumt hat, wird besonders bei dem Kracher ‚Evolution In Reverse‘ in ehrfürchtigem Gedenken geistig niederknien.

Bis auf die Ballade ‚Beyond Forever‘, von der jede Hairsprayband in den 80igern geträumt hätte und die für mich so gar nicht in das Gesamtbild passen will, jedoch bei einer über einstündigen Spielzeit nicht ins Gewicht fällt und auch seine Liebhaber finden wird, kann ich jedem Anhänger des kraftvoll-melodischen Powermetalls den jüngsten Streich der Eidgenossen nur wärmstens ans Herz legen.

(8 Punkte)

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